Wien. (pech) Der Heilige Stuhl sieht in den Maßnahmen von Kardinal Christoph Schönborn gegen "ungehorsame" Pfarrer eine "interne Angelegenheit der österreichischen Kirche". Das erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Montag - und widersprach damit der Laieninitiative, die in einem Offenen Brief Christoph Kardinal Schönborn dazu aufgefordert hatte, dem Druck aus Rom zu widerstehen.

In dem Brief setzt sich die Laieninitiative für den "Aufruf zum Ungehorsam" ein und stellt dem Kardinal die Frage, ob nicht auch er "mit aufrechtem Gang auftreten und mit Überzeugungskraft Pressionen widerstehen" sollte, die ihm die "Besten seiner Priester" nehmen wollen? Nämlich so, wie der Dechant aufrechten Gang bewiesen habe, als er sich Schönborns "Nötigung", aus der Pfarreinitiative auszutreten, widersetzt und auf das Amt des Dechanten verzichtet habe.

Man schätze, dass Schönborn "eine gewisse Zurückhaltung" übe, hieß es in dem Brief, der von Peter Pawlowsky, dem Leiter der Initiative, gezeichnet ist. Aber Rom glaube, mit Redeverboten "den inzwischen internationalen Protest der Priester niederzuhalten". "Herr Kardinal! Sie übertreten gerade eine Schwelle, hinter der die Macht der Institution die Würde der Menschen überrollt. Wenn Sie weitergehen, vertreiben Sie ihre besten Mitarbeiter, lösen Sie eine neue Welle von Kirchenaustritten aus, leiten Sie jene Spaltung der Kirche ein, die sie den anderen vorwerfen."