Meeressäuger gehören zu den intelligentesten Lebewesen der Welt. Auf Konferenzen werden sie allerdings von Menschen vertreten, was sich nicht unbedingt als Vorteil erweist. Beim Treffen der internationalen Walfangkommission (IWC) gingen die Walfänger in die Offensive.

Für Entsetzen unter Tierschützern und Biologen sorgt Südkoreas Plan, die Jagd auf Wale wieder aufzunehmen. Auf der Tagung der IWC in Panama sprach der Vertreter des Landes von rein wissenschaftlichen Zielen. Unter diesem Deckmantel ist freilich schon seit langem die japanische Walindustrie tätig. Südkorea spricht von einer wachsenden Walpopulation, die auch für einen Rückgang der Fischbestände sorge. Der World Wildlife Fund bestreitet dies jedoch vehement.

Für die meisten Regierungsvertreter erfolgte die Ankündigung überraschend. Die ersten Reaktionen kamen aus Australien, wo sich sowohl  Premierministerin Julia Gillard wie Oppositionsführer Tony Abbott gegen den Plan aussprachen.

Schutzzone gescheitert

Schon zuvor war die Einrichtung einer Schutzzone für Wale im Südatlantik am Widerstand Japans und anderer Länder gescheitert. Der entsprechende Vorschlag wurde zwar von der Mehrheit der Staaten unterstützt, verfehlte aber die notwendige Zustimmung von 75 Prozent der Mitglieder.

Der brasilianische Umweltaktivist José Truda Palazzo warf der japanischen Regierung vor, sich die Stimmen kleiner Länder mit Hilfeleistungen gesichert zu haben: "Man kann nicht wirklich glauben, dass Nauru oder Tuvalu sich für die Schutzzone interessieren. Sie stimmen so ab, weil Japan es ihnen angeschafft hat."

Unwahrscheinlich ist das nicht. Vergangenes Jahr wurde publik, dass Japan dem IWC-Vorsitzenden Anthony Liverpool ein Spesenkonto eingerichtet hatte...

Nicht entsprochen wurde in Panama hingegen den Wünschen Dänemarks, das eine höhere Fangquote für Grönlands Ureinwohner beantragt hatte. Die Biologin Sandra Altherr von Pro Wildlife erklärte: "Es ist schockierend, dass Walfleisch in grönländischen Restaurants als Sushi, Carpaccio oder mit Tagliatelle in Tomatensoße gezielt an Touristen verkauft wird."

Hintergrund

Die Internationale Walfangkommission hat 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang beschlossen. Japan tötet die Säuger offiziell zu Forschungszwecken, gibt aber offen zu, dass sie für den Verzehr bestimmt sind. Man beruft sich dabei auf eine jahrhundertealte Tradition. Die 64. Tagung der IWC endet am 6. Juli.