Chamonix/Paris. Bei einem schweren Lawinenunfall im Mont-Blanc-Massiv in Frankreich sind mindestens neun Bergsteiger getötet worden. Neben zwei Deutschen starben zwei Schweizer und zwei Spanier. Die Nationalitäten von drei weiteren geborgenen Toten waren zunächst nicht bekannt. Neun Menschen haben laut den Behörden den Lawinenabgang mit Verletzungen überlebt. Vier Bergsteiger galten am frühen Nachmittag noch als vermisst. Das Unglück gilt als das schlimmste am Mont Blanc seit Jahren.

Nach Angaben der Hochgebirgspolizei ereignete sich der Lawinenabgang auf rund 4.000 Metern Höhe am Mont Maudit (4.465 Meter). Er liegt für Bergsteiger auf dem Weg zum Mont Blanc, der mit 4.810 Metern der höchste Berg der Alpen ist.

Einer der Verletzten alarmierte gegen 5.30 Uhr die Rettungskräfte. Sie leiteten umgehend einen Großeinsatz ein. Die Lawine soll mindestens zwei internationale Seilschaften mitgerissen haben. Zahlreiche Rettungskräfte waren am Nachmittag im Einsatz, um nach den Vermissten zu suchen.

Der Mont Maudit ("Verfluchter Berg") ist einer der beliebtesten Aufstiege zum Mont Blanc. Die Behörden sprachen von einem der mörderischsten Lawinenabgänge der vergangenen Jahre. Im August 2008 waren ebenfalls im Mont-Blanc-Massiv acht Bergsteiger durch eine Lawine getötet worden, vier Deutsche, drei Schweizer und ihr aus Tirol stammender Bergführer.