Chamonix/Paris. "Verfluchter Berg" heißt der Mont Maudit auf Deutsch. Und tatsächlich wurde der 4450 Meter hohe Berg, der an einer der am häufigsten genutzten Aufstiegsrouten zum Mont Blanc liegt, am frühen Donnerstagmorgen für zwei internationale Seilschaften zum Verhängnis. Mindestens neun Bergsteiger kamen ums Leben, als sich in 4000 Metern Höhe plötzlich eine Lawine löste und insgesamt 20 Menschen mit in die Tiefe riss.

Das Unglück gilt als das schlimmste seit Jahren im ohnehin nicht an Unfällen armen Mont-Blanc-Massiv. Bei den Toten handelt es sich um drei Deutsche, drei Briten, zwei Spanier und einen Schweizer. Österreicher dürften sich in den betroffenen Seilschaften nicht befunden haben. Vier weitere Alpinisten, die zunächst vermisst wurden, tauchten am Donnerstagabend unverletzt wieder auf. Zwei der Bergsteiger hatten ihre Tour abgebrochen, die beiden anderen eine andere Route gewählt.

Die Ursache für den Abgang der Lawine ist noch unklar. Als die Alpinisten den Mont Maudit erreichten, herrschte gutes Wetter. "Kein Lagebericht hat vor erhöhter Lawinengefahr gewarnt", sagte der Bürgermeister von Chamonix, Eric Fournier. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteo France gab es zuvor aber starken Wind in dem Gebiet.

Alarmiert wurden die Retter gegen 5.30 Uhr von einem der Verletzten. Die Behörden leiteten daraufhin umgehend einen Großeinsatz ein. Mitglieder der Bergrettung durchkämmten mit Lawinensuchhunden das Unglücksgebiet, zwei Helikopter spähten von der Luft aus nach den Verschütteten, zahlreiche freiwillige Helfer aus dem Tal schlossen sich an.