Nach dem schweren Fährunglück vor der Küste Tansanias haben Rettungskräfte 37 Tote geborgen. 146 Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes Tansania gerettet, unter ihnen vier Deutsche. Dutzende Menschen sollen im Innern des gesunkenen Schiffes gefangen sein. - © APAweb/AP
Nach dem schweren Fährunglück vor der Küste Tansanias haben Rettungskräfte 37 Tote geborgen. 146 Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes Tansania gerettet, unter ihnen vier Deutsche. Dutzende Menschen sollen im Innern des gesunkenen Schiffes gefangen sein. - © APAweb/AP

Sansibar. Nach dem Fährunglück vor der tansanischen Küste am Mittwoch wurden noch mehr als 100 Menschen vermisst. Deren Überlebenschancen seien jedoch gering, wie die Polizei am Donnerstag erklärte. Rettungskräfte bargen 37 Leichen, darunter mindestens zwei Europäer. Von den offiziell knapp 290 Menschen an Bord wurden bisher 149 gerettet. Die Fähre war zur Mittagszeit von Daressalam gestartet und vor der Insel Sansibar gekentert. Die Fähre sei inzwischen vollständig gesunken.

"Die Suchaktion wird fortgesetzt, es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass wir noch Überlebende finden", sagte Polizeisprecher Mohammed Mhina. Das Wetter sei sehr schlecht gewesen. Wegen der hohen Wellen und des starken Windes sei die Suche in der Nacht unterbrochen worden. Nach Angaben der Regierung des Inselarchipels Sansibar befanden sich laut Passagierliste 251 Erwachsene, 30 Kinder und sechs Crew-Mitglieder an Bord. Die tansanische Zeitung "The Citizen" berichtete, dass bis zu 400 Menschen auf der Fähre gewesen sein könnten.


Unklare Ursache
Ziel der Fähre war die etwa zwei Stunden von Daressalam entfernte Insel Unguja, die Hauptinsel von Sansibar. Das Unglück geschah lokalen Medienberichten zufolge in der Nähe der Insel Pungume, 48 Kilometer von Unguja entfernt. Die Ursache war zunächst noch unklar. Fähren sind in der Region häufig überladen. Aus welchen Ländern die beiden ums Leben gekommenen Europäer stammten, war ebenfalls unklar. Unter den Geretteten befinden sich zwölf ausländische Touristen.

Mitte September 2011 war eine völlig überladene Fähre auf dem Weg zwischen zwei Inseln von Sansibar gesunken. Für 203 der mehr als 800 Insassen kam jede Hilfe zu spät. Es war das schwerste Schiffsunglück in Tansania seit zehn Jahren.


Nach dem schweren Fährunglück vor der Küste Tansanias haben Rettungskräfte 37 Tote geborgen. 146 Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes Tansania gerettet, unter ihnen vier Deutsche. Dutzende Menschen sollen im Innern des gesunkenen Schiffes gefangen sein.

  Österreicher befanden sich nach Angaben des Außenministeriums in Wien anscheinend nicht auf der Fähre. "Es gibt bisher überhaupt keine Hinweise darauf, dass sich österreichische Staatsbürger auf der Fähre befanden", sagte Sprecher Nikolaus Lutterotti unter Berufung auf Informationen der zuständigen Botschaft in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, die in Kontakt mit tansanischen Behörden stehe.