Die zerstörten Zelte in Pöchlarn. Bei einem Unwetter am Samstag starben zwei Menschen. - © APAweb / EPA, Paul Plutsch
Die zerstörten Zelte in Pöchlarn. Bei einem Unwetter am Samstag starben zwei Menschen. - © APAweb / EPA, Paul Plutsch

Pöchlarn/St. Pölten. Nach dem heftigen Unwetter vom Samstagabend, das beim Mittelalterfest in Pöchlarn (Bezirk Melk) zwei Todesopfer gefordert hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft St. Pölten nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Außerdem wurde ein Sachverständiger beauftragt, der die Beschaffenheit jenes Baumes prüfen soll, von dem abgerissene Äste auf Zelte gestürzt waren.

Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Personen, die als Ansprechpartner bzw. als Verantwortliche der Veranstaltung aufscheinen, sagte die Leitende Staatsanwältin Michaela Schnell. Einvernahmen seien angeordnet. Noch am Montag sei überdies der Sachverständige bestellt worden. Wie lange es dauern werde, bis ein Gutachten vorliegt, sei vorerst nicht absehbar, so Schnell. Möglicherweise werde auch zu klären sein, wie schnell die Unwetterfront am Samstagabend über Pöchlarn aufgezogen war, so Schnell. Daraus könnte die Frage resultieren, ob das Festgelände im Schlosspark rechtzeitig zu räumen gewesen wäre.

Nach dem Unwetter starb noch in der Nacht auf Sonntag ein 51 Jahre alter Mann aus Pöchlarn im Landesklinikum St. Pölten. Er hinterlässt einen knapp achtjährigen Sohn, der nun Vollwaise ist und schwer verletzt wurde. Am Montagabend verloren die Ärzte im Landesklinikum Amstetten den Kampf um das Leben eines ebenfalls aus der Stadtgemeinde im Bezirk Melk  stammenden 32-Jährigen.

Neben nunmehr zwei Toten hat das Unwetter elf teils Schwerverletzte gefordert. Der Bub, der seinen Vater verloren hat, wird in St. Pölten behandelt. Zwei weitere Schwerverletzte befinden sich in Amstetten. Der Unglücksort, der Schlosspark in Pöchlarn, bleibt gesperrt.