Salzburg.

Die Franz-Josefs-Höhe am Fuße des Glockners wird von Salzburg nur noch unregelmäßig mit Linienbussen angefahren. - © Grohag
Die Franz-Josefs-Höhe am Fuße des Glockners wird von Salzburg nur noch unregelmäßig mit Linienbussen angefahren. - © Grohag
Die letzten Wochen waren für Freunde des öffentlichen Nahverkehrs in der österreichischen Provinz keine guten Zeiten. Denn das Angebot wurde just in Gegenden ausgedünnt, wo die öffentlichen Fortbewegungsmöglichkeiten ohnehin nicht üppig sind. So werden mit Schulbeginn im September gleich vier Prozent der Postbusverbindungen in der Steiermark eingespart; und in Salzburg wurde die prestigeträchtige Postbus-Linie von Zell am See auf die Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner-Hochalpenstraße gleich komplett eingestellt. Beide Maßnahmen wurden vordergründig mit wirtschaftlichen Gegebenheiten und finanziellen Verlusten begründet, weisen aber auch darauf hin, dass das politische Interesse an einer flächendeckenden Versorgung gering ist.

So wurden etwa in der Steiermark auch in der Gesäuseregion Verbindungen gestrichen. Dort war erst vor drei Jahren die Gesäusebahn stillgelegt worden. Als Entschädigung wurden zusätzliche Busverbindungen eingerichtet - die nun wieder ausgedünnt werden.

Die Einstellung der Glockner-Linie dagegen erinnert an ein größeres Missverständnis. So gab es zunächst Probleme bei der Verlängerung der Linienkonzession für den Postbus. Dann strich die Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag) den Busfahrgästen die Mautbefreiung. Und schließlich verzichtete der Postbus mangels Unterstützung des Landes Salzburg von sich aus auf die Konzession für die Linie, die jährlich ein fünfstelliges Minus einfuhr. "Wir haben mehrmals auf die auslaufende Konzession sowie die fehlende Finanzierung hingewiesen. Durch die zurückgezogene Mautbefreiung ist die Attraktivität der Linie weiter gesunken. Der ÖBB-Postbus GmbH war es daher unter den vorliegenden Rahmenbedingungen nicht möglich, diese Linie weiter zu führen", heißt es von Seiten der ÖBB.

Die Grohag hat mittlerweile bereits einen Ersatz gefunden, ein privates Busunternehmen fährt zweimal wöchentlich von Zell am See auf die Franz-Josefs-Höhe. Allerdings zu stark erhöhten Preisen (29 statt 11 Euro) und nur nach Voranmeldung von mindestens zehn Personen am Vorabend.

"Salzburg will keinen Tourismus-Verkehr fördern"


Von der Kärntner Seite wird die Hochalpenstraße bis zur Franz-Josefs-Höhe vom Postbus freilich noch befahren. Das liegt nicht etwa an besserer Auslastung, sondern ist ein Beispiel für eine Blüte des österreichischen Föderalismus. Denn die Großglockner-Linie ist in Kärnten Teil eines vom Land mitfinanzierten Linienpakets - und wird deshalb unabhängig von der Auslastung nicht in Frage gestellt. In Salzburg dagegen ist die Route eine eigene Linienkonzession und überdies Teil einer bedrohten Art von Buslinien: Die Strecke wird vom Land nicht als Kraftfahrlinien- sondern als Tourismusverkehr eingestuft. Sie fällt deshalb aus Landessicht aus dem Versorgungsauftrag und wird nicht subventioniert. "Es kann nicht Aufgabe des Landes sein, rein touristischen Verkehr zu subventionieren", sagt Alexander Molnar aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer. Solche Linien werden vom Postbus nur betrieben, wenn sie von Tourismusverbänden oder Gemeinden unterstützt werden. Bei mehreren Ski- oder Wanderbussen funktioniert das, bei der Glocknerlinie nicht. "Hier gab es auch keinen Bedarf für eine Subventionierung, weil die Region sowieso eine andere Lösung wollte", erklärt Molnar. Eine Lösung, die den öffentlichen Verkehr weiter ausdünnt.