Jugendliche vor dem Museums Quartier in Wien. - © Jenis
Jugendliche vor dem Museums Quartier in Wien. - © Jenis

Wien. (apa/spn) Zur "Goldenen Möwe" geht die Jugend gerne essen, wohl wegen der "urkeksi" Bedienung. Wenn sie jemand "anweint", sie sollen sich die Haare schneiden, finden sie das zum "Abschnitzeln" - macht sich aber jemand über ihre "Schneekettn" lustig, gehen sie "enrage", denn das ist gar nicht "endlaser". Alles klar? Falls nicht: Der Kasten rechts unten schafft Abhilfe.

Mit Jugendwörtern in Österreich beschäftigte sich eine Onlinestudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dem Großteil der Befragten, ganzen 62 Prozent, waren diese Wörter allerdings vollkommen fremd. Für die Umfrage wurden zwei Wochen lang insgesamt 2000 Österreicher ab 15 Jahren online befragt.

21 Prozent der Studienteilnehmer haben bei Jugendlichen den Ausdruck "Schneekettn" schon einmal gehört, 16 Prozent das Wort "anweinen". Weiter unten auf der Bekanntheitsskala stehen Ausdrücke wie "urkeksi", "abschnitzeln" und "endlaser". "Enrage" ist mit nur drei Prozent schon fast gar nicht mehr bekannt, mit der "Goldenen Möwe" kann überhaupt nur ein Prozent der Befragten etwas anfangen.

"Anhand dieser Wortbeispiele lässt sich sehr gut erkennen, wie wandelbar und lebendig Sprache sein kann, auch wenn man nicht sofort versteht, was überhaupt gemeint ist", sagt GfK-Sozialforscherin Ulrike Lavrencic. Für die Studie wurde das "Wörterbuch der Jugendsprache 2011/12" herangezogen und sieben Wörter wurden zufällig ausgewählt.

Bei der Umfrage zeigten sich die Jugendlichen noch am vertrautesten mit den Modewörtern, aber selbst das geläufigste - "Schneekettn" - kannten aus der Gruppe bis 19 Jahre nur 44 Prozent. Bei den Über-40-Jährigen hatte nicht einmal ein Fünftel von dem Wort gehört. Interessant ist, dass "anweinen" nur 18 Prozent der Jugendlichen, aber 22 Prozent der Gruppe 60-plus kennen wollten. Allerdings glaubten die Senioren an einen Wortsinn wie "jammern", während das Wort in Wahrheit "bitten" bedeutet.