Madrid.  In einem monatelangen Poker um den künftigen Standort des gigantischen Vergnügungsparks Eurovegas hat sich Madrid gegen den Rivalen Barcelona durchgesetzt. Das Unternehmen Las Vegas Sands des US-Multimillionärs Sheldon Adelson gab in der Nacht auf Samstag in Las Vegas den Zuschlag für die spanische Hauptstadt bekannt. Wenige Tage zuvor hatte Barcelona schon das Handtuch geworfen. Am Freitag kündigte die Regierung der Region Katalonien als Antwort die Errichtung eines ebenfalls groß angelegten Vergnügungsparks mit dem Namen Barcelona World an.

Europäisches Las Vegas
Eurovegas soll nach spanischen Medienberichten zwölf Hotelkomplexe mit insgesamt 36.000 Zimmern, sechs Kasinos mit 1.065 Roulette-Tischen und 18.000 Spielautomaten, neun Theater, bis zu drei Golfplätze und ein Stadion mit 15.000 Plätzen umfassen.

Das Unternehmen des Kasino-Tycoons Adelson will 25 bis 35 Prozent seines Kapitals für das umstrittene Projekt ausgeben. Die Gesamtinvestitionen werden auf 17 Milliarden Euro beziffert. Der Bau soll direkt und indirekt bis zu 250.000 Arbeitsplätze schaffen.

Das "Mini-Las-Vegas" soll auf einem 800 Hektar großen Gelände rund 13 Kilometer südwestlich von Madrid entstehen. Die Eröffnung des Vergnügungsparks ist für das Jahr 2022 vorgesehen.

Proteste gegen "Mafiabanden"
Das Megaprojekt von Las Vegas Sands hat in den vergangenen Monaten sowohl in Madrid als auch in Barcelona heftige Proteste unter anderem von Umweltschützern und Anhängern der Bewegung der "Empörten" ausgelöst. Es wird befürchtet, dass der Kasino-Komplex Prostitution und Kriminalität anzieht. Zudem dürften sich dort Mafiabanden etablieren. Die Regierungen Madrids und Barcelonas hatten das Projekt jedoch unter Hinweis auf die gravierende Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit in Spanien leidenschaftlich verteidigt.

Zunächst war nicht bekannt, ob Madrid die von Adelson geforderten Zugeständnisse machen will. Dazu gehören Sonderkonditionen bei Steuern, Arbeitsverträgen und Sozialabgaben, eine Lockerung der Vorschriften für den Kampf gegen die Geldwäsche oder eine Ausnahmeregelung vom strikten Rauchverbot. (apa/dpa)