Wien.

Verbunden mit allen Freunden über das Mobiltelefon, Plattform für das soziale Leben der Jugendlichen. - © macgyverhh - Fotolia
Verbunden mit allen Freunden über das Mobiltelefon, Plattform für das soziale Leben der Jugendlichen. - © macgyverhh - Fotolia
"Die Welt der Jugendlichen steckt in ihrer Hosentasche", sagt Jugendforscher Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung - und spielt damit auf das Smartphone an, über das sie tagein, tagaus mit dem Internet verbunden seien. Hier spiele sich das soziale Leben der Jugendlichen ab. Gleichzeitig mangelt es den Heranwachsenden laut Rohrer an Gefahrenbewusstsein, obwohl viele von negativen Erfahrungen im Umgang mit der Online-Welt berichteten.

Fast alle - konkret 90 Prozent - der 14- bis 19-Jährigen nutzen Facebook. Um soziale Kontakte zu pflegen oder sich die Zeit zu vertreiben, wie Rohrer meint. "Das Internet ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Jugendliche von der Online-Welt abzuschneiden wäre problematisch." Bieten doch seiner Ansicht nach Communities eine Bühne zur Selbstdarstellung und Selbstvermarktung. Eine wichtige Grundregel laute: "Du darfst kein MOF (Mensch ohne Freunde, Anm.) sein." Dadurch sei allerdings der soziale Druck sehr hoch. "Ist man online nicht dabei, fällt man auch offline raus."

Die Gefahren des Internets würden nur am Rande bis gar nicht wahrgenommen. Und das, obwohl fast jeder Vierte bei einer Befragung durch das Institut angegeben habe, schon einmal "blöd angemacht" worden zu sein. Genauso vielen sei widerfahren, dass jemand Unwahrheiten über sie verbreitet habe. Besonderheiten des Cyber-Mobbings sind laut Rohrer, dass sich die Inhalte schneller verbreiten und diese einer größeren Gemeinschaft zugänglich sind. Und: "Sie machen auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt."