Klagenfurt/Lienz/Innsbruck. Die starken Regenfälle in Kärnten am Montag und in der Nacht auf Dienstag lassen den Feuerwehren keine Ruhe. Besonders schlimm wurde Gemeinde Lavamünd getroffen. Die Drau trat über die Ufer und überflutete einen Ortsteil. Fast im ganzen Land mussten die Feuerwehren wegen überfluteter Keller, unterspülter Straßen und Murenabgängen ausrücken. Die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) zählte insgesamt rund 500 Einsätze.

Am Dienstag ließ der Regen nach, die Aufräumarbeiten waren im vollen Gang. Besonders betroffen von den Schäden sind die Bezirke Klagenfurt-Land, Völkermarkt und Wolfsberg.

Große Schäden auch in Tirol

Bei einem von einem Hangrutsch auf dem Osttiroler Iselsberg betroffenen Mehrparteienhaus haben noch am Dienstag die Abrissarbeiten begonnen. Dies entschieden Statiker bei einer Begutachtung der Anlage, die Gemeinde stellte einen entsprechenden Bescheid aus. Zuvor brachten die Bewohner ihre Habseligkeiten in Sicherheit.

Nach den Regenfällen hatte sich ein etwa 70 Kubikmeter großer Felsblock aus dem Hang gelöst und auf das Gebäude gedrückt. In der Nacht stürzten Fassadenteile in die Tiefe. Dabei wurden auch Möbel aus einer Wohnung ins Freie katapultiert worden.

Die Bewohner durften das erst vor kurzem erbaute Gebäude auf eigenes Risiko betreten. Von der Besitzerin wurde eine Spezialfirma mit dem Abbruch beauftragt unter anderem auch deswegen, um die gesperrte Bundesstraße so schnell wie möglich wieder freizubekommen.

Die Niederschläge hatten in mehreren Teilen Tirols schwere Schäden angerichtet. Landesgeologe Gunther Heißel verwies auf die wassergesättigten Böden und sprach nach mehreren Lokalaugenscheinen von einer "zugespitzten Situation". Erst große Kälte und ein Gefrieren des Bodens könnten zu einer Entschärfung führen.

Die Landesgeologen waren am Dienstag in den betroffenen Gebieten unterwegs. Mit weiteren Hangrutschungen, "Hangexplosionen" und Felsabbrüchen sei zu rechnen, hieß es.

In Iselsberg bestand für mehrere Häuser erhöhte Gefahr. Bergseitig gelegene Grundstücksflächen durften nicht betreten werden.

Auch für den Bereich der Felsabbrüche südlich von Hopfgarten in Defereggen (Osttirol) gebe es laut Heißel vorerst keine Entwarnung. Ein Erkundungsflug durch einen Landesgeologen habe vielmehr eine Vergrößerung weit durchgreifender Risse im steilen Felsgelände erkennen lassen. Der Hang bleibe daher unter Beobachtung.

Nach einem Lokalaugenschein mittels Hubschrauber wurde für den Bereich der Kaunertalstraße bei Feichten im Bezirk Landeck Entwarnung geben. Der im Raum Ried im Oberinntal (Bezirk Landeck) in Bewegung geratene Hang werde hingegen weiterhin als "kritisch" eingestuft und bleibe daher unter Beobachtung.

In Vent im Ötztal (Bezirk Imst) musste die Straße nach Zwieselstein in der Nacht zum Dienstag nach Felsabbrüchen total gesperrt werden. Rund 200 Kubikmeter Felsen seien auf die Straße gestürzt. Die Aufräumarbeiten sollen frühestens am Dienstag abgeschlossen werden können.