St. Pölten. Ab Sonntag verkürzt sich die Zugfahrt zwischen St. Pölten und Wien auf 25 Minuten. Das bringt Bahnkunden zwar 15 Minuten Ersparnis, doch viel Zeit geht derzeit für das Parkplatzsuchen an den Bahnhöfen drauf. Fast täglich ist beispielsweise spätestens ab acht Uhr die Park & Ride-Anlage beim Hauptbahnhof St. Pölten überfüllt.

Schon die Ausweitung der Parkpickerl-Zonen in Wien sorgten für mehr Andrang in den niederösterreichischen Park & Ride-Anlagen. Das Parkplatzproblem wird sich nun noch einmal verschärfen: Durch die Eröffnung der neuen Westbahnstrecke erwarten die ÖBB "rund vier bis neun Prozent mehr Fahrgäste", sagt Christopher Seif, ÖBB-Sprecher für Niederösterreich. Abzuwarten sei zudem, ob Wien-Pendler aus nahe gelegenen Orten entlang der alten Westbahnstrecke wie Böheimkirchen mit dem Auto nach St. Pölten fahren und von dort die schnelleren Züge nutzen.

Das derzeitige Parkhaus in der Nähe des Hauptbahnhofes St. Pölten verfügt über 1045 Pkw-Stellplätze. Mit einer geplanten Park & Ride-Anlage auf dem Standort der Post-Liegenschaft am Bahnhof sollen 750 neue Stellplätze geschaffen werden - davon werden 550 kostenlose Plätze laut ÖBB Bahnkunden zur Verfügung stehen, 200 sind als Stellflächen für die Innenstadt reserviert.

Erst 2014 wird neues Park & Ride in St. Pölten eröffnet


Doch die neue Park & Ride-Anlage wird erst Ende 2014 fertiggestellt. Im Jänner/Februar 2013 soll mit den Abbrucharbeiten begonnen werden, der Baustart ist im Frühjahr oder Sommer 2013 geplant. Von den Kosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro übernehmen die ÖBB die Hälfte, 30 Prozent trägt das Land Niederösterreich und 20 Prozent die Stadt St. Pölten.

"Wir versuchen derzeit in ganz Niederösterreich wo es nötig und möglich ist, provisorische Parkflächen zu schaffen", sagt Seif. Von der Stadt St. Pölten heißt es, man habe bereits mehrfach auf die künftige Parkplatzsituation hingewiesen. Als Vorsorge wurde eine Fläche nördlich des Bahnhofes erworben, um künftig Grundstücke für weitere Parkflächen zur Verfügung zu haben. Eine Übergangslösung mit kurzfristigen Plätzen sei in St. Pölten nicht geplant, so der ÖBB-Sprecher.

"Wir haben ein gewaltiges Programm, wo kurzfristig Stellflächen geschaffen werden", sagt Gerhard Fichtinger vom Amt der NÖ Landesregierung. Gemeinsam mit den ÖBB wurden am neuen Bahnhof Tullnerfeld zur Park & Ride-Anlage für 500 Pkw weitere 150 Flächen bereitgestellt. In Tullnerbach-Pressbaum werden 25 zusätzliche Stellflächen in Kürze zur Verfügung stehen, in Unter-Purkersdorf sind es 12. In Deutsch-Wagram gibt es 100 neue Plätze, zudem wurden am Mittwoch 95 zusätzliche Parkplätze in Gänserndorf eröffnet.

Ein weiterer Grund für die Überlastung vieler Parkhäuser sind Dauerparker, die die Anlage als kostenlose Stellmöglichkeit nutzen: "Wir wissen, dass auch Personen ihr Auto im Park & Ride abstellen, die in der Nähe arbeiten oder wohnen", sagt Seif.

In Krems wurde im Frühjahr eine Zufahrtskontrolle zum Parkdeck beim Bahnhof eingeführt. Bei der Einfahrt wird ein Parkticket gelöst, das am Bahnhofsschalter gegen ein Ausfahrtsticket getauscht wird. Zeitkartenbesitzer erhalten einen RFID-Chip, der den Schranken automatisch öffnet. Ob dieses System auch in anderen Anlagen eingeführt wird, müsse erst die Auswertung des Pilotprojektes zeigen, so Seif.