Sekundenschnell steht ein trockener Baum in Flammen. - © Corbis
Sekundenschnell steht ein trockener Baum in Flammen. - © Corbis

Wien. Brennende Kerzen auf dem Adventkranz, Sternspritzer auf dem Christbaum, Feuerwerksraketen zu Silvester: Die Zeit rund um Weihnachten ist von feurigen Lichtkörpern geprägt. Doch was die dunkle Jahreszeit erhellen soll, bringt ein gesteigertes Risiko für Wohnungsbrände mit sich. Brechen doch laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) etwa 500 Feuer rund um Weihnachten aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Feuerwehr vor der Tür steht, ist viermal so hoch wie während des restlichen Jahres.

Schuld daran ist zumeist die eigene Unachtsamkeit. "Eine aktuelle Studie des KFV zeigt, dass die Brandgefahr zuhause stark unterschätzt wird", sagt KFV-Direktor Othmar Thann. 86 Prozent der Österreicher halten demnach einen Wohnungsbrand für unwahrscheinlich. 39 Prozent besitzen Rauchwarnmelder - vor allem Kinderzimmer sind laut Studie unzureichend geschützt. Nicht einmal bei der Notrufnummer der Feuerwehr sind alle sattelfest: 25 Prozent kennen die richtige Nummer nicht - sie glauben, diese ohnehin nicht wählen zu müssen.

"Diese Meinung geht an der Realität vorbei. Ein ausgetrockneter Christbaum steht innerhalb von Sekunden in Flammen." Konkret dauert es 20 Sekunden, bis ein trockener Christbaum lichterloh brennt. Nach 90 Sekunden steht das Zimmer in Vollbrand. "Besonders tückisch sind Schwelbrände, die sich unbemerkt entwickeln", so Thann. Dabei handelt es sich um eine unvollständige Verbrennung mit zu geringer Sauerstoffzufuhr in geschlossenen Räumen: Die Kerzen etwa eines Adventkranzes glosen und brennbare Gase entstehen. Sobald eine Tür geöffnet wird und Sauerstoff hereinströmt, kann es zu einer Rauchgasexplosion kommen.

Generell sterben mehr Brandopfer durch Ersticken am Rauchgas als an ihren Verbrennungen. Zwischen 30 und 40 Menschen kommen jährlich bei einem Wohnungsbrand ums Leben. Im Vorjahr brachen 4096 Brände im privaten Bereich aus, das sind mehr als die Hälfte aller Brände in Österreich (7510).

Haushaltsversicherung hilft


Abseits der Weihnachtszeit sind defekte technische Geräte wie Bügeleisen oder Elektroherde die häufigsten Brandauslöser (34 Prozent), sagt Luciano Cirina, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs. Am zweithäufigsten (21 Prozent) seien offenes Licht und Feuer für Wohnungsbrände verantwortlich.

Ein schwacher Trost: Nach einem Christbaum- oder Adventkranzbrand deckt eine Haushaltsversicherung die Schäden - vorausgesetzt, man agierte nicht fahrlässig und ließ Kerzen zu lange unbeaufsichtigt brennen.