Starker Schneefall hat am Donnerstag in der Osthälfte Österreichs zu beträchtlichen Verkehrsbehinderungen geführt und Mitarbeiter von Straßenmeistereien sowie Einsatzkräfte von Feuerwehren vor enorme Herausforderungen gestellt. In Geduld üben mussten sich nicht nur Autofahrer, die wegen hängen gebliebener Lkw nicht weiterkamen, sondern auch Öffi- und Flugpassagiere: In Wien-Schwechat durften ab dem späten Vormittag keine Maschinen mehr landen, Starts waren nur eingeschränkt möglich.

Flugausfälle in Wien-Schwechat

AUA-Flüge wurden nach Graz und Linz umgeleitet. Abflüge seien grundsätzlich möglich, aber mit Einschränkungen, sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann. Vom Flughafen aus seien die Starts zwar freigegeben, es entscheide aber die jeweilige Airline, ob tatsächlich unter diesen Bedingungen geflogen wird. Sowohl Passagieren als auch Abholenden wurde geraten, vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Airline den Flugstatus zu überprüfen.

Die Schneemengen haben auch auf Autobahnen zu massiven Schwierigkeiten geführt, betroffen waren überwiegend Schwerfahrzeuge. Die Wiener Außenringautobahn (A21) wurde in der Früh für Lkw über 3,5 Tonnen in Richtung Sankt Pölten gesperrt. Feuerwehren in Niederösterreich bargen bis zum frühen Nachmittag 260 Fahrzeuge. Darunter befanden sich 125 Lkw mit einem Gewicht von 7,5 bis 40 Tonnen, die vorwiegend von der A21 und der Ostautobahn (A4) abgeschleppt werden mussten. Unfälle geschahen im Minutentakt. So wie in anderen Bundesländern blieb es überwiegend bei Sachschäden.

Mitten in der heißen Phase des Bundesheer-Wahlkampfes wurden anlässlich des heftigen Schneefalls in Baden auch Rekruten eingesetzt. Rund 100 Grundwehrdiener rückten Donnerstagnachmittag aus, um bei der Beseitigung von Schneemassen zu helfen.

"Nur fahren, wenn es unbedingt nötig ist"

Für die schneebedeckte Mühlkreisautobahn (A7) in Oberösterreich lautete die Empfehlung der Polizei: "Nur fahren, wenn es unbedingt nötig ist." Vielerorts kamen die Räumdienste mit der Arbeit kaum nach, binnen kurzer Zeit waren die Fahrbahnen wieder zugeschneit. Im Berufsverkehr in Oberösterreich entstanden wetterbedingte Staus und Verzögerungen, zahlreiche Schüler erschienen zu spät zum Unterricht.

Megastau in Wien

In Wien begannen die Probleme mit dem Einsetzen des Frühverkehrs ab etwa 7.00 Uhr. Für Behinderungen sorgten auch hier immer wieder hängen gebliebene Lkw, aber auch der Fahrbahnzustand. So musste ein Abschnitt der Laxenburger Straße in Liesing zwischen der Draschestraße und der Anschlusstelle S1 zwischenzeitlich wegen der festgefahrenen Schneedecke und teilweise Eisglätte gesperrt werden. "Komplett verstaut" war laut ÖAMTC die Südosttangente (A23) in Richtung Süden. Schuld waren häufig im Schnee hängen gebliebene Schwerfahrzeuge. Probleme gab es auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Wiener Linien rieten Fahrgästen zum Umstieg von Bus und Bim auf U-Bahnen.

Stromausfälle im Burgenland

Nicht einmal das Burgenland blieb vom heftigen Wintereinbruch verschont. Im Süden führten die Schneefälle zu Störungen bei der Stromversorgung. Betroffen waren ab 6.00 Uhr insgesamt rund 2.500 Haushalte in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf. Kettenpflicht für Lkw gab es auf der S31 bei Sieggraben sowie am Henndorfer Berg (Bezirk Jennersdorf) und auf der B16 bei Klingenbach (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) bis zur Staatsgrenze. Eine um 8.00 Uhr verhängte Sperre der Autobahn M1 von Nickelsdorf nach Budapest für Lkw über 7,5 Tonnen sorgte auch diesseits der Grenze für Behindungen: Im Bereich des Grenzübergangs hatte sich ein Rückstau gebildet. Die Parkplätze an der A4 waren ausgelastet. Lkw wurden auf dem Pannenstreifen angehalten. Auch Pkw-Lenker waren betroffen: Eine Durchfahrt für Autofahrer auf der A4 "ist derzeit nicht möglich", hieß es zu Mittag.

Auch in der westlichen Slowakei gab es wetterbedingt Verkehrsprobleme. Staus wurden vor allem aus dem Raum Bratislava gemeldet. Im Westen Österreich gab es keine größeren Probleme, die auf Schnee zurückzuführen waren. "Schuld" an den Niederschlägen trägt übrigens ein Italien-Tief. Der Schneefall soll am Freitag aufhören, im Osten ist laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) allerdings mit Schneeverwehungen zu rechnen.