Wien. Immer größere Kreise zieht der Skandal um illegal beigemengtes Pferdefleisch, gleich zwei neue Fälle wurden am Donnerstag bekannt. Die Pfeiffer-Gruppe zog Tiefkühl-Lasagne der Eigenmarke "Jeden Tag" zurück; sie wurde bei Zielpunkt und Unimarkt verkauft. Betroffen ist auch der Fast-Food-Bereich: In Wien wurde in einem Kebab ebenfalls Pferdefleisch nachgewiesen.

Als Rind-Kalb-Puten-Spieß war das in Wien beanstandete Kebab der Firma Lilla Gastronomie KG in Ottakring ausgewiesen. Dabei handelte es sich um Ware aus der Slowakei, erklärte Alexander Hengl, Sprecher des Wiener Marktamts (MA 59), im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Rund 15 Prozent der etwa 200 Restaurants, die Kebab anbieten, sowie der Döner-Stände an Straßen und Plätzen beziehen ihr Fleisch nicht in Österreich - vornehmlich aus der Slowakei, in geringen Mengen auch aus Slowenien und Ungarn. Bei der aktuellen Schwerpunktkontrolle habe das Marktamt insbesondere jene Imbisse unter die Lupe genommen. Tiefgekühlt und bereits mit Spieß wird das Produkt aus dem benachbarten Ausland angeliefert. Inwieweit die Ware günstiger als österreichisches Fleisch ist, konnte Hengl jedoch nicht beziffern.

Schweigen zum Lasagne-Produzenten

Die bei Zielpunkt und Unimarkt verkaufte Lasagne stammt von der deutschen Zentralen Handelsgesellschaft (ZHG), einer Tochter der Schweizer Markant AG; laut Eigendefinition die "größte Handels- und Dienstleistungskooperation im Lebensmittelhandel in Europa". Auf Anfrage der "Wiener Zeitung" teilte der Sprecher von Markant mit, dass die Pferdefleisch beinhaltende Lasagne nicht von der ZHG selbst hergestellt wurde - über den Namen des Produzenten schweigt sich der Sprecher aus und macht ebenso wenig Angaben über die Herkunft des für das Gericht verarbeiteten Fleisches. Fest steht allerdings, dass die Lasagne bereits in Deutschland vom Markt genommen wurde: Dort wurde sie unter den Namen "Omega" und "Jeden Tag" verkauft.

Bedenken bereits
länger vorhanden

Bereits am 8. Februar hat der Lieferant das Produkt "Jeden Tag Lasagne Bolognese 400g" für die ostfriesische Gruppe Bünting sperren lassen. "Um aufgrund der aktuellen Erkenntnisse aus England und Deutschland Untersuchungen an diesem Artikel vornehmen zu lassen", heißt es in einer Pressemeldung von Bünting. An jenem 8. Februar meldete Großbritannien den "Verdacht auf Betrug bei Lasagne mit Rindfleisch", die in Luxemburg mit Rohwaren aus Frankreich hergestellt wurde. Dabei handelte es sich um von der französischen Comigel über eine luxemburgische Tochterfirma gelieferte Produkte.