Wien. Der lange Winter dürfte etwas höhere Heizkosten bringen. Insgesamt war es wegen der niedrigen Märztemperaturen in der heurigen Heizsaison etwas kälter als im Vorjahr und im langjährigen Durchschnitt. Die Wien Energie beispielsweise rechnet mit witterungsbedingt um 1 Prozent höheren Heizkosten.

Ein Gaskunde der Wien Energie mit einem Jahresdurchschnittsverbrauch von 10.700 Kilowattstunden (kWh) wird in der bisherigen Heizsaison heuer durch den kälteren März um 11 Euro (preisbereinigt) mehr zahlen als im Vorjahr, so die Wien Energie auf Basis von Daten von 1. Oktober bis 24. März. Das bedeute eine Kostensteigerung von rund 1 Prozent. Verglichen mit den langjährigen Durchschnittstemperaturen über 30 Jahre liegt lägen die preisbereinigten witterungsbedingten Mehrkosten für einen Wiener Durchschnittshaushalt bei 8 Euro.

"Der jetzt kältere März gleicht den wärmeren November und Jänner aus", sagte Wien-Energie-Sprecher Christian Ammer zur APA. "Wir haben heuer keinen außergewöhnlich kalten Winter." Für die Fernwärmekunden werde sich der kühlere März ähnlich auswirken wie für die Gaskunden. In Wien heizen mehr als 50 Prozent der Haushalte mit Gas und rund 36 Prozent mit Fernwärme.

Der heurige März sei sehr kalt gewesen, in Summe sei der Winter aber nur geringfügig kälter gewesen als der vorangegangene, daher würden sich die Heizkosten kaum verändern, sagte auch der Sprecher des niederösterreichischen Versorgers EVN, Stefan Zach, zur APA. Die Heizkosten hingen zusätzlich von einigen anderen Faktoren ab, wie beispielsweise der Wärmedämmung und der Sonneneinstrahlung. Wer sein Haus im Vorjahr professionell gedämmt habe, könne bis zu 70 Prozent an Heizkosten sparen.

Gegenüber dem Vorjahr sei der heurige Winter - gemessen an der Heizgradsumme - durch den kalten März um 3 Prozent kälter gewesen als der vorangegangene und um 2 Prozent kälter als im langfristigen 15-Jahres-Durchschnitt. Bis Ende Februar war es um 2 Prozent wärmer als im Vorjahr und um 1,2 Prozent kälter als im langjährigen Durchschnitt.

Dezember, Jänner und Februar sind für die Heizsaison und damit auch die Kosten üblicherweise die entscheidenden Monate. Laut EVN und Wien Energie war es im Oktober, November und Februar wärmer als im Jahr davor, im Dezember, Jänner und März kälter. Die Heizgradsumme ist eine Messzahl für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.