Wien. Sehr warme und labil geschichtete Luftmassen lieferten seit letzter Woche die Zutaten für die ersten kräftigen Gewitter in diesem Jahr. "Vor allem vom Weinviertel bis in die südliche Steiermark gingen bereits Donnerstag früh Gewitter mit Starkregen nieder, lokal auch mit Hagelschlag", so Meteorologe Thomas Rinderer von der österreichischen Unwetterzentrale mit Hauptsitz in Wien. "Hagelkörner mit bis zu 4 cm Durchmesser wurden am Freitag aus dem Murtal gemeldet, in der Buckligen Welt lag der Hagel am Samstag bis zu 30 cm hoch", so der Meteorologe weiter.

Aufgrund der gebirgigen Orographie unseres Landes und der geographischen Lage zwischen feucht-warmer Mittelmeerluft im Süden und eher kühlerer Atlantikluft im Norden, ist Österreich ein Land, in dem Gewitter während der Sommermonate recht häufig auftreten. Dabei gibt es Regionen, in denen gefährliche Blitzentladungen besonders häufig auftreten. "Im langjährigen Mittel treten Gewitter am häufigsten von Unterkärnten bis zur Buckligen Welt auf, Brennpunkt ist das Steirische Randgebirge", sagt Rinderer. "Eine zweite Risikozone besteht entlang der Alpennordseite, wo es besonders im Vorfeld von durchziehenden Kaltfronten zu unwetterartigen Wettererscheinungen kommen kann", so der Meteorologe weiter.


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Fazination und tödliche Gefahr zugleich
Viele Menschen fühlen sich von dem Naturspektakel Gewitter förmlich angezogen, es gibt sogar sogenannte "Stormchaser", "Unwetterjäger". Ratsam ist allerdings, sich bei einem kräftigen Gewitter in sicheren vier Wänden zu befinden. Nicht nur Blitze selbst führen mitunter zu teils tödlichen Verletzungen, öfter sind Überflutungen, umstürzende Bäume oder Murenabgänge die Ursache. Jedes Jahr sind in Österreich mehrere Tote infolge von Unwettern zu beklagen.

Sollte man in ein Unwetter geraten, empfiehlt Wetterexperte Rinderer Abstand von Bäumen, Metallzäunen, Fahrrädern, etc. zu halten: "Verlassen Sie exponierte Lagen wie flache Felder, Hügel und Bergspitzen! Findet man keinen sicheren Unterschlupf, sollte man sich in die Hocke begeben. Wichtig dabei ist, die Füße eng beieinander zu halten, um die sogenannte Schrittspannung gering zu halten."

Entspannung ab Freitag
Zu Wochenbeginn bis einschließlich Donnerstag setzt sich das wechselhafte und weiterhin zu teils kräftigen Gewittern neigende Wetter fort. In weiterer Folge übernimmt kühlere Atlantikluft die Regie, damit geht auch das Unwetterpotential deutlich zurück.