Die Neue Donau wird zum "Entlastungsgerinne": Im Norden Wiens wurden die Schleusen geöffnet, um das Hochwasser abzuleiten. - © WZ Online / Franz Zauner
Die Neue Donau wird zum "Entlastungsgerinne": Im Norden Wiens wurden die Schleusen geöffnet, um das Hochwasser abzuleiten. - © WZ Online / Franz Zauner

Passau/Linz. Während in Tirol die Aufräumarbeiten begonnen haben und in Salzburg nach einem ersten Durchatmen die Schäden sichtbar wurden, schwankt man  in Ober- und Niederösterreich nach wie vor zwischen Hoffen und Bangen. Denn die Pegel der großen Flüsse - vor allem Inn und Donau - waren in den Nachmittagsstunden weiter im Steigen. Zu diesem Zeitpunkt standen einige Orte, zum Beispiel Melk (NÖ) bereits unter Wasser. Die Gemeinden und Bezirke an der Donau in Niederösterreich wurden bereits am Sonntagabend zum Katastrophengebiet erklärt.

Wegen des Hochwassers stellen die Stadtwerke Passau die Trinkwasserversorgung ein. Es drohe eine Verunreinigung der Trinkwasserbrunnen, teilte der Krisenstab in der bayerischen Stadt am Montag mit. Das noch vorhandene Wasser in den Hochbehältern sei begrenzt und in einzelnen Bereichen bereits erschöpft. Erwartet wird, dass die Restmengen noch im Laufe des Montags verbraucht werden. Der Krisenstab arbeite mit Hochdruck an Lösungen, um der Bevölkerung Trinkwasser anbieten zu können, hieß es. Das Klinikum Passau erhalte nach wie vor frisches Trinkwasser.

Gefängnis  evakuiert

Wegen der Hochwassergefahr hat die Justizvollzugsanstalt Passau am Montag rund 60 Gefangene verlegt. 35 Häftlinge kamen nach Straubing, 24 nach Landshut, wie das Bayerische Justizministerium mitteilte. Ein Gefangener, dessen Entlassung ohnehin einen Tag später anstand, konnte vorzeitig gehen. Die Polizei unterstützte die Haftanstalten beim Transport der Gefangenen.

Verkehrsbehinderungen in Linz

Hochwasserbedingte Verkehrsbehinderungen waren am späten Montagnachmittag in Linz zu erwarten. Die Eisenbahnbrücke, die über die Donau führt, wurde vorsorglich bis zumindest Dienstag früh gesperrt. Die Steyregger Brücke musste in Richtung Perg musste gesperrt werden. Die anderen Linzer Donauquerungen standen uneingeschränkt zur Verfügung, teilte die Stadt in einer Aussendung mit.

Alleine über die gesperrte Eisenbahnbrücke rollen üblicherweise täglich rund 15.000 Fahrzeuge. Um die zu erwartende angespannte Verkehrssituation im Abendverkehr zu entlasten, wurde die Voest-Brücke auf der Mühlkreisautobahn (A7) von der Stadt Linz als Umleitungsstrecke verordnet. Sie konnte bis auf Weiteres vignettenfrei genutzt werden.