Wien. Hochwasser und kein Ende in Sicht - so könnte man die prekäre Situation in einigen österreichischen Bundesländern am Montag beschreiben. Während in Tirol die Aufräumarbeiten begonnen haben und in Salzburg nach einem ersten Durchatmen die Schäden sichtbar wurden, herrschten in Ober- und Niederösterreich Hoffen und Bangen.

Letzteres ist nach wie vor in Passau der Fall: dort ist auch in der Nacht zum Dienstag die Lage weiter dramatisch. Die Dreiflüssestadt an der Grenze zu Österreich wird vom schlimmsten Hochwasser seit mehr als 500 Jahren heimgesucht. Die Bewohner mussten ohne Trinkwasser, Strom und Festnetz-Telefon auskommen, die Stadt war großflächig überflutet.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es jedoch: Ein Sprecher des Krisenstabs sagte, der Pegelstand des Inns sei am späten Abend leicht gesunken. "Aber es geht sehr, sehr langsam." Und neue Wassermassen kommen aus der Donau auf die Stadt zu. "Es wird dauern", prognostizierte der Sprecher. Die Donau stieg am späten Abend auf mehr als 12,80 Meter und übertraf damit deutlich das Jahrhundert-Hochwasser von 1954 mit 12,20 Metern. Einsatzkräfte errichteten Ausgabestellen für Trinkwasser, die Menschen konnten sich dort mit Wasser versorgen.

Hoffnung machte sich indessen in den späten Abendstunden in Schärding breit, wo der Pegelstand am Abend laut Auskunft des Hydrografischen Dienstes des Landes Oberösterreich "massiv zurückgegangen" ist. Kurz nach 21.00 Uhr lag er bei 10,22 Metern, berichtete ein Mitarbeiter auf APA-Anfrage. Zum Vergleich: Am Nachmittag waren es noch 10,56 Meter. In Linz machte der Pegelstand zuletzt 9,09 Meter aus, in der Nacht sollte das Maximum von 9,20 erreicht werden.

Auch in Mauthausen war "noch ein gewisser Anstieg drinnen" - von aktuell 8,52 auf 8,80 Meter in der Nacht, so der Experte. In Grein lag der Pegelstand am Abend bei 14,07 Metern, seinen Höhepunkt sollte er am Dienstag gegen Mittag mit 14,80 Metern erreichen. Man setze die Hoffnung in rückläufige Tendenzen bei Zubringerflüssen Traun und Enns, erklärte der Mitarbeiter des Hydrografischen Dienstes. Ein Problem sei, dass derzeit keine zuverlässigen Prognosen aus dem benachbarten Bayern vorliegen würden.

Evakuierungen in Grein

In Grein gab es Evakuierungen. Sonst stellte sich im Bezirk Perg heraus, dass umfangreichere Maßnahmen vorerst wahrscheinlich nicht nötig sind, hieß es vonseiten des Landes. In Linz wurde die Steyreggerbrücke in beiden Fahrrichtungen für den Verkehr gesperrt. Der Bezirk Urfahr-Umgebung hatte mit großflächigen Überschwemmungen zu kämpfen. In Oberösterreich standen am Abend nach wie vor 250 Feuerwehren mit rund 5.000 Mann im Einsatz. Bisher wurden insgesamt 150.000 Sandsäcke ausgegeben. Zahlreiche Straßensperren waren nach wie vor aufrecht.