Wien. Die jüngsten Gewitter haben in Österreich in der Nacht auf Dienstag zu erneuten Überflutungen geführt. Betroffen waren vor allem die Bezirke Hollabrunn und Horn in Niederösterreich, aber auch in Wolfsberg in Kärnten kam es zu lokalen Überschwemmungen von Kellern und Straßen. Bei Hollabrunn mussten einzelne Wohnhäuser mit Sandsäcken gesichert werden, die Freiwillige Feuerwehr war wieder im Dauereinsatz.

Bisher waren insgesamt 66.000 Einsatzkräfte mit den Folgen der Hochwasserkatastrophe beschäftigt, wobei 46.000 davon Helfer der Freiwilligen Feuerwehren waren. Deren Schlüsselrolle würdigte die Regierung am Dienstag am Rande des Ministerrats, der per Beschluss 95 Millionen Euro für die Feuerwehr-Verbände bis 2014 freigab. "Damit sie das nötige Einsatzgerät anschaffen können", sagte Finanzstaatssekretär Andreas Schieder.

Für den weiteren Ausbau des Hochwasserschutzes ist für die kommenden fünf Jahre insgesamt eine Milliarde Euro budgetiert. Für die Reparatur von Trink- und Abwasserversorgungsanlagen, die beschädigt wurden, seien weitere 20 Millionen Euro vorgesehen. Es sei "ausreichend Geld im Katastrophenfonds vorhanden", wo notwendig, würden darüber hinausgehende Mittel zur Verfügung gestellt, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann.

Entgeltregelung bleibt

Keinen Änderungsbedarf sieht die Regierung bei der Regelung der Entgeltfortzahlung für Helfer, wie bei einem Hochwasser-Gipfel mit Vertretern der Hilfsorganisationen herauskam. "Die Wirtschaft hat gesagt, dass es keine Probleme gibt. Wir und die anderen Einsatzorganisationen haben das zur Kenntnis genommen", erklärte Albert Kern, Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes.

Diskutiert werde nun aber sehr wohl die unterschiedliche Regelung für Arbeiter und Angestellte. Nur Angestellte haben derzeit ein Recht auf Entgeltfortzahlung, wenn sie persönlich von einer Katastrophe betroffen sind, Arbeiter nicht. "Das ist ein sehr diffiziles Thema", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer.