Wien. Man könnte die Übersicht verlieren. Im folgenden ein Überblick über den Stand in der Telekom-Prozess-Serie.

Telekom I behandelt die Kursmanipulationsaffäre des Jahres 2004. Es gab nicht rechtskräftige Schuldsprüche gegen Ex-Vorstand Rudolf Fischer (3 Jahre Haft), Stefano Colombo (3,5 Jahre), Josef Trimmel (3 Jahre, davon zwei bedingt) und den Broker Johann Wanovits (5 Jahre). Ex-Generaldirektor Heinz Sundt wurde rechtskräftig freigesprochen. Die Berufungsverfahren starten voraussichtlich im Herbst.

Telekom II: Untreue-Verdacht gegen Ex-Marketing-Chef der Telekom Austria, Stefan Tweraser, und drei Mitangeklagte. Sie sollen 585.600 Euro zu Unrecht via Scheinrechnungen erhalten haben. Prozesstermin noch offen.

Telekom III: Mutmaßlich illegale Parteispende in Richtung FPÖ-Werber Gernot Rumpold 2004. Fünf Angeklagte: Rumpold, Ex-FP-Bundesgeschäftsführer Arno Eccher und Ex-Finanzreferent Detlev Neudeck (alle Verdacht auf Beitrag zur Untreue) sowie Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer und Ex-Prokurist Michael G. (beide Verdacht auf Untreue).

Telekom IV: Mutmaßlich illegale Parteispende für BZÖ-Wahlkampf 2006. Sechs Angeklagte wegen Verdacht auf Untreue bzw. Beitrag zur Untreue und teilweise falscher Zeugenaussage im Korruptions-Untersuchungsausschuss: Lobbyist Peter Hochegger, Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, Ex-BZÖ-Abgeordneter Klaus Wittauer, Ex-Bundesgeschäftsfüher Arno Eccher, Werbeunternehmer Kurt S., Ex-Pressesprecher Christoph Pöchinger. Urteil frühestens im September. Geständige Werbeunternehmerin Tina H. bereits zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt.

Telekom V: "Causa Schillerplatz" um zwei mutmaßlich zu billig verkaufte Etagen eines Wiener Innenstadtpalais mit sieben Angeklagten, darunter Ex-Telekom-Generaldirektor Heinz Sundt und Ex-Vorstand Stefano Colombo (beide Verdacht auf Untreue) sowie Ex-ÖBB-Chef Martin Huber und seine Frau Barbara (beide Verdacht auf Beitrag zur Untreue). Anklage noch nicht rechtskräftig.

Bereits abgeschlossen sind Ermittlungen u.a. gegen Ex-BZÖ-Justizministerin Karin Gastinger im Zusammenhang mit "Telekom IV" (hier ist demnächst mit einer Entscheidung über Anklage oder Verfahrenseinstellung zu rechnen). Ermittelt wird außerdem im Umfeld von ÖVP- und SPÖ-nahen Firmen wegen möglicher Scheingeschäfte mit der Telekom Austria sowie wegen skandalumwitterter Geschäfte der Telekom Austria in Osteuropa.