Salzburg/Graz. Der Bischofsstuhl der Erzdiözese Salzburg ist wieder besetzt: Der Vatikan hat am Montag die Ernennung des Grazer Weihbischofs Franz Lackner zum 79. Erzbischof von Salzburg offiziell bestätigt. Der 57-jährige Steirer hatte die Wahl des Domkapitels nach zwei Tagen Bedenkzeit angenommen. Die offizielle Amtsübergabe wird laut Erzdiözese voraussichtlich nach dem Dreikönigstag 2014 erfolgen.

Der genaue Tag, an dem Lackner das päpstliche Ernennungsdekret an die zwölf Domkapitulare übergibt und damit "kanonischen Besitz" der Diözese ergreift, steht noch nicht fest. Nach außen sichtbar erfolgt die Amtsübergabe mit einem Festgottesdienst im Salzburger Dom, laut Sprecher der Salzburger Erzdiözese kommen dafür der 11. oder 12. Jänner infrage. Bis Lackners Amtsantritt wird die Erzdiözese vom ehemaligen Erzbischof Alois Kothgasser als Apostolischer Administrator geleitet. Einen ersten Gruß an den neuen Oberhirten gab es bereits heute: Rund eine Stunde nach der offiziellen Ernennung erklangen im Diözesangebiet die Glocken.

"Auch wenn ich respektvoll vor diesem Ruf innehalte, überwiegt in mir Dankbarkeit und Freude", sagte Lackner in einer ersten, schriftlichen Stellungnahme. Gleichzeitig räumte er ein, dass ihm der Abschied von der Steiermark nicht leicht falle, wo er seit elf Jahren an der Seite von Diözesanbischof Egon Kapellari als Weihbischof wirkte.

Kardinal Schönborn erfreut


Die Reaktionen auf Lackners Bestellung innerhalb der Bischofskonferenz fielen hoffnungsvoll aus. Kardinal Christoph Schönborn sprach von einem "großen Gewinn für die Kirche in Österreich", der St. Pöltner Bischof Klaus Küng lobte den "frommen und hochgescheiten Priester".

Kritischer sehen Reform-Initiativen innerhalb der römisch-katholischen Kirche die Bestellung. Das Domkapitel habe aufgrund der beiden als erzkonservativ geltenden Gegenkandidaten keine andere Wahl gehabt, als für Lackner zu stimmen, sagen "Wir sind Kirche", die Laien- und Pfarrer-Initiative. Mit Lackner selbst könnten aber alle drei gut leben.