Wien. (apa/sf) Nach den milden Temperaturen der vergangenen Wochen sorgt ein Wintereinbruch mit heftigen Schneefällen im Süden Österreichs für Chaos. Die großen Neuschneemengen bringen in weiten Teilen Kärntens und in Osttirol massive Verkehrsbehinderungen und erhöhte Lawinengefahr. In Kärnten brach der Zugverkehr am Freitag zusammen. "Der Verkehr ist weitgehend zum Stillstand gekommen", sagte ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Die Tauernstrecke zwischen Salzburg und Kärnten wurde wegen Lawinengefahr und Leitungsschäden gesperrt. Die ÖBB sprachen eine Reisewarnung für Osttirol und Kärnten aus. "Wir ersuchen alle Fahrgäste, planbare Reisen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben", so Posch.

Auch auf der Straße war ein Durchkommen zum Teil nicht möglich. Die Tauernautobahn war für Schwerfahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Einige Täler in Osttirol waren nach Lawinenabgängen nicht mehr erreichbar. Auch zahlreiche Landesstraßen in Kärnten waren gesperrt. In einigen Orten wurden Schulen und Postfilialen geschlossen.

Auch in Italien kam es zu Behinderungen im Zug- und Straßenverkehr. Ein Strommast stürzte nach heftigen Schneefällen auf die Brennerbahnlinie zwischen Zambana und Trient im Trentino, die dadurch unterbrochen war. Neuschneemassen gab es auch in Slowenien. In Teilen Serbiens haben Schneeverwehungen und starker Wind den Verkehr lahmgelegt.

Tote und Verletzte nach Wintereinbruch

Zwei Männer kamen am Freitag nach dem Wintereinbruch ums Leben. In Thurn bei Lienz stürzte ein 38-jähriger Einheimischer beim Versuch, eine Verklausung zu lösen, in den Zauchenbach. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Ein weiteres Todesopfer gab es am Vormittag bei einem Lawinenabgang auf einer Gemeindestraße in Innervillgraten in Osttirol, nachdem über Nacht fast ein Meter Neuschnee gefallen war. Der 63-jährige Lenker eines Räumfahrzeuges wurde dabei durch die Wucht der Schneemassen aus dem Fahrzeug geschleudert, jede Hilfe kam zu spät.

Ein 71-jähriger Kärntner Pensionist wurde Freitagfrüh in seinem Haus in Irschen (Bezirk Spittal an der Drau) von einer Lawine erfasst und verletzt. Er hielt sich gerade im Bad auf, als plötzlich Schnee durch das nordseitige Fenster in den Raum eindrang und ihn gegen die Badezimmertür drückte. In Bad Bleiberg in Kärnten mussten wegen Lawinengefahr 35 Häuser evakuiert werden.