Nach der gestrigen Aufregung um die Verwendung eines Zitats von Adolf Hitler, die überraschenderweise auf der Homepage des Schuhproduzenten GEA zu lesen war – die "Wiener Zeitung" berichtete - ruderte GEA-Chef Heini Staudinger nun zurück und entschuldigt sich.

Neuer Tag, neues Zitat. Diesmal nur "über" Hitler. - © Screenshot / GEA-Website
Neuer Tag, neues Zitat. Diesmal nur "über" Hitler. - © Screenshot / GEA-Website

Der Mitarbeiter (gleichzeitig Chefredakteur der GEA-Zeitschrift "brennstoff"), der das Zitat ausgesucht und auch eine Erklärung für seine Auswahl auf der Facebook-Seite eines Users gepostet hatte, habe versucht zu sensibilisieren. "Hitler war kein Monster", man müsse empathisch nicht nur mit den Opfern, sondern auch mit den Tätern sein…

"Missverständliche, böse Wellen"

Das sieht der GEA-Geschäftsführer anders und veröffentlichte auf der Firmen-Facebook-Profil ein Statement, wo es heißt: "No, no, no! Natürlich war Hitler ein Monster, aber seine raffinierte Methodik waren Lüge, Propaganda und Manipulation. (…) Die Verwendung des Zitats war nicht als Provokation gemeint. Für die missverständlichen und bösen Wellen fühle ich mich verantwortlich."

Inzwischen wurde das Zitat von Adolf Hitler von der GEA-Homepage gelöscht. In der aktuellen Zitatsammlung, aus der bei jedem frischen Klick auf die Homepage ein neues erscheint, findet sich aber ein anderes, das ebenso verwundert: "Bedenkt immer, dass alles, was Hitler getan hat, legal war" – Martin Luther King.

Ob jemand, der nach Öko-Schlapfen surft, sich mit tiefenpsychologische Methoden der Manipulation aus Politik und Diktatur und mit einem der dunkelsten historischen Kapitel auseinandersetzen möchte, ist fraglich. Was hat die NS-Ideologie überhaupt auf so einer Seite zu suchen? Genauso könnten gesellschaftspolitische Tabu-Themen wie Alkoholismus oder Abtreibung abgehandelt werden. Wozu, fragt man sich.