Graz. Bei der Suche nach der zerstückelten Leiche im Fall eines 54-jährigen Bankkunden, der von seinen Beratern in Graz umgebracht worden sein dürfte, gab es am Dienstag offenbar einen Durchbruch. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten, fanden Taucher in der Mur bei Frohnleiten einen Betonkübel, der auf die Beschreibung von einem der Verdächtigen passt. Nach weitere Gebinden wurde getaucht.

Vertuschung einer Veruntreuung
Der Mord an dem 54-jährigen Steirer war am 25. Mai bekannt geworden, unmittelbar nach der Verhaftung der beiden verdächtigen Männer (23 und 29). Laut Ermittlungen hatten die beiden Angestellten einer ausländischen Bank ihren 54-jährigen Kunden bereits im Februar in Graz bei seiner Wohnung in Wetzelsdorf abgeholt. Sie sollen ihn noch im Auto mit einer Schnur erdrosselt haben und anschließend die Leiche in einen eigens angemieteten Container zerlegt haben. Die Teile wurden in Beton eingossen und wegschafft. Das Motiv soll die Vertuschung einer Veruntreuung gewesen sein: Die Verdächtigen dürften rund 80.000 Euro von zwei Sparbüchern des Mannes abgezweigt haben. Als der 54-Jährige das bemerkte und sie zur Rede stellte, war dies sein Todesurteil.

Die Informationen darüber, wohin die zerstückelte und in Betonkübel eingegossene Leiche gebracht wurde, stammt vom jüngeren der beiden mutmaßlichen Täter, der bei dem Verbrechen nur passiv beteiligt gewesen sein will. Sein 29-jähriger, von ihm schwer belasteter Komplize bestritt bisher den Mord.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, eine Info des TV-Senders ATV bestätigte, wurden Taucher des Sondereinsatzkommandos Cobra, unterstützt von der Feuerwehr, nördlich von Frohnleiten zu Mittag fündig. Trotz der noch immer starken Strömung gelang es, ein Behältnis an Land zu bringen. Die Bergung von zwei, drei weiteren Betonkübeln sei im Gange, sagte Andreas Dirnberger, Ermittlungsleiter des LKA zur APA: "Die Kübel und die Örtlichkeit sind so wie beschrieben".

Der Fundort des ersten Kübels lag in der Flussmitte direkt unter einer Brücke, was darauf hindeute, dass die Entsorgung der mit einem Auto hierher geschafften Gebinde von der Brücke aus passierte. Bei der Bergung dabei war auch Eva Scheurer, Leiterin des Ludwig-Botzmann-Instituts für Klinisch-Forensische Bildgebung an der Med-Uni Graz. Die nähere Untersuchung wird am Institut stattfinden. Dann wird es Klarheit darüber geben, ob die vermutlich sichergestellten sterblichen Überreste dem 54-jährigen Opfer zuzuordnen sind.