Bei Kontakt mit sauren Speisen gibt Alufolie in kleinen Mengen Aluminium ab. - © Corbis/Nikouline/photocuisine
Bei Kontakt mit sauren Speisen gibt Alufolie in kleinen Mengen Aluminium ab. - © Corbis/Nikouline/photocuisine

Wien. (sir) Es ist das häufigste Metall in der Erdkruste und doch erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt: Aluminium. Mittlerweile ist das Leichtmetall aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken, und das nicht erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts, als ein durchaus nützlicher Haushaltsgegenstand erfunden wurde: die Alufolie.

Aluminium ist aufgrund seiner Eigenschaften heute als Werkstoff allgegenwärtig, es ist auch in Verpackungen, Kosmetika und sogar in Lebensmitteln enthalten. Es ist dieses breite Anwendungsspektrum, das möglicherweise ein Problem darstellt. Jedenfalls ist es doch signifikant, wenn das Gesundheitsministerium auf einmal empfiehlt, den körpernahen Kontakt zu Anwendungen, die Aluminium enthalten, zu reduzieren.

Hohe Dosen toxisch


Das Ministerium beruft sich dabei auf eine selbst in Auftrag gegebene Literatur-Studie, die eine Vielzahl von bereits existierenden internationalen Forschungsergebnissen, Studien und Fachartikeln zusammenfasst, zum Teil weist sie auch auf umstrittene Datenlagen hin.

Dass Aluminium gesundheitsschädlich sein kann, gilt in der Wissenschaft als gesichert. Doch es kommt dabei, wie fast immer, auf die Dosis an. Unstrittig ist jedenfalls, dass eine sehr hohe Konzentration die toxische Wirkung des Leichtmetalls entfaltet. So zeigte sich etwa in der Arbeitsmedizin, dass bei Menschen, die beispielsweise beim Schleifen von Aluminium feine Partikel eingeatmet haben, gravierende Formen von Lungenschädigungen aufgetreten sind. Auch bei einigen Dialyse-Patienten mit sehr hoher Exposition sind Schädigungen dokumentiert.

Die entscheidende Frage ist nun, ob durch die Vielfältigkeit der Anwendungen des Leichtmetalls in einigen Fällen - und vermutlich in Verbindung mit anderen Faktoren - eine Gefährdung besteht. Aluminium ist ein Bestandteil fast aller Deodorants, es findet sich in Sonnencreme, es ist ein gängiges Gebinde für Getränke (Aludose) und die Alufolie ist ohnehin aus fast keinem Haushalt wegzudenken.

Keine Langzeit-Studien


Im Fall des Stanniolpapiers heißt es in der Studie: "Es gilt als gesichert, dass beim Kontakt mit sauren Speisen und Fruchtsäften und bei längeren Zubereitungszeiten geringe Aluminiummengen in Speisen übergehen." Das allein muss aber noch kein Problem darstellen, da es sich nur um geringe Mengen handelt. Dennoch mahnen auch die Studienautoren zur Vorsicht.