Freeganer Hnat sucht nach Nahrung im Müll. - © Andreas Pessenlehner
Freeganer Hnat sucht nach Nahrung im Müll. - © Andreas Pessenlehner

Wien. 90 Prozent aller Österreicher sind Fleischesser: Im Schnitt isst jeder von ihnen dreimal pro Woche Fleisch, auf das Gesamtjahr gerechnet ergibt das 66 Kilogramm vom Schwein (63 Prozent) und vom Rind (18 Prozent), der Rest ist Geflügel, Lamm und anderes Fleisch. Zehn Prozent der Österreicher ernähren sich mittlerweile vegetarisch oder vegan. Während Vegetarier auf Fleisch und Fisch verzichten, streichen Veganer alle tierischen Produkte wie Milch, Käse, Eier, Gelatine und Honig von ihrem Speiseplan, da sie Massentierhaltung nicht unterstützen wollen. Manche verzichten auch auf tierische Nebenprodukte wie Leder, Wolle oder Daunenfedern.

Weniger streng nehmen es Flexitarier: Sie streben einen maßvollen Fleischkonsum an, indem sie Fleisch seltener essen und regionale und biologische Produkte einkaufen. Pescetarier essen kein Fleisch, aber Fisch und/oder Meeresfrüchte. Manche von ihnen nehmen Eier, Milch oder Honig zu sich. Die radikalste Variante des Vegetarismus leben wohl die Frutarier: Sie essen Pflanzen nur, wenn diese bei der Ernte nicht sterben mussten, also Obst oder Nüsse. Verboten sind daher Pilze, Karotten oder Lauch. Hinter dieser Ernährungsweise steht der Gedanke, der Natur keinen Schaden zuzufügen.

Bei Freeganern steht die Kritik an der Wegwerfgesellschaft im Vordergrund, sie wollen ohne Geld an Lebensmittel kommen. Beim "Dumpstern" oder "Containern" wird meistens in Mistkübeln vor Supermärkten nach abgelaufenen Joghurts und Gemüse gesucht, das für den Verkauf nicht mehr geeignet war. Das Essen wird oft verkocht und gegen eine freie Spende verkauft. Entstanden sind diese "Volxküchen" in der Hausbesetzer-Szene der 1980er-Jahre und in der linksalternativen Szene nach wie vor Praxis. Meist wird veganes oder vegetarisches Essen verkocht.