Wien. Starkregen hat in der Nacht auf Donnerstag Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen in Teilen des Landes verursacht. Besonders dramatisch war die Situation im östlichsten Bundesland: Laut Landessicherheitszentrale stand "quasi das ganze Burgenland unter Wasser". Betroffen waren auch Teile Niederösterreichs, das Tiroler Unterland und der Salzburger Pinzgau.

Am stärksten geregnet hat es am Neusiedler See: In Podersdorf registrierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) von Mittwoch 0.00 Uhr bis Donnerstag, 9.30 Uhr 158 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Neusiedl waren es 106 Liter. Dort ist fast doppelt so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Juli mit durchschnittlich 63 Liter. Der Hauptplatz stand einen halben Meter unter Wasser. "Es war echt dramatisch", sagte Bürgermeister Kurt Lentsch.

Für die Geschädigten gibt es eine Katastrophenbeihilfe vom Land: Die im Budget mit 500.000 Euro dotierten Beihilfen für Unwetterkatastrophenschäden werden bei Bedarf aufgestockt, das haben Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl und Finanzlandesrat Helmut Bieler zugesagt.

Hochwasseralarm in Wien


Die Südbahnstrecke zwischen Gloggnitz und Payerbach war am Donnerstag nach einer Sperre aufgrund von zwei Murenabgängen eingleisig befahrbar. Im Pinzgau ist die Salzach stellenweise über die Ufer getreten. Straßen, Gebäude und Wiesen wurden überschwemmt. In Mittersill lag der Pegelstand am Donnerstagvormittag bei 5,25, normalerweise beträgt er zwei Meter. Die Salzachbrücke wurde gesperrt und mobile Schutzanlagen errichtet. Auch in der Stadt Salzburg wurde gegen Mittag mit dem Aufbau der Hochwasser-Schutzanlagen entlang der Salzach begonnen, der Wasserstand stieg schneller als noch am Morgen prognostiziert.

Wegen der hochwasserführenden Salzach war die Bahnstrecke durch das Salzachtal von Zell am See nach Schwarzach für mehrere Stunden gesperrt. Die Maßnahme diene auch zur Vorbeugung gegen eine Verklausungsgefahr bei der Salzachbrücke kurz vor dem Bahnhof Bruck/Fusch im Pinzgau, informierten die ÖBB.

In Wien wurde am Donnerstagnachmittag Hochwasseralarm ausgelöst. Ab Freitag gilt Badeverbot an der Neuen Donau. Am Wochenende sollte der Wasserstand der Donau wieder zurückgehen.

Auch über das Wochenende ist mit lokalen Gewittern und Regenschauern zu rechnen, prognostiziert die Zamg. Ab Dienstag könnte sich die Wetterlage wieder beruhigen.