Kein Kind lässt sich gerne impfen, auch wenn es die Eltern nichts kostet. - © fotolia/jovanmandic
Kein Kind lässt sich gerne impfen, auch wenn es die Eltern nichts kostet. - © fotolia/jovanmandic

Wien. "HPV-Impfung? - Das sagt mir jetzt gar nichts. Meine Kinder sind sicher nicht dagegen geimpft", sagt die 41-jährige Angestellte Margit Aigner aus einer mittelgroßen niederösterreichischen Gemeinde. Dass es sich dabei um eine Impfung gegen den besonders aggressiven Gebärmutterhalskrebs handelt, lässt sie aufhorchen. "Davon habe ich schon einmal gehört, es war mir aber nicht wirklich bewusst, worum es geht", so die Mutter zweier Töchter, 11 und 15 Jahre alt.

Worum geht es? - Die HPV-Impfung ist eine Maßnahme zur Vorbeugung verschiedener Krebsformen, die durch verbreitete Humane Papillomaviren (HPV) verursacht werden können. Die bisher erhältlichen HPV-Impfstoffe schützen zu 70 Prozent gegen Gebärmutterhalskrebs. Nun gibt es ein noch wirksameres Serum. "Mit dem neuen Impfstoff steigt die Schutzrate auf 90 Prozent", sagt der Gynäkologe Elmar Joura von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien im AKH. Joura war an einer Wirksamkeitsstudie für das neue Vakzin, die nun im New England Journal for Medicine erschienen ist, federführend dabei. In den USA ist der Impfstoff bereits zugelassen, in der EU soll das im Lauf dieses Jahres der Fall sein.

Im Februar 2014 starteten in Österreich kostenlose Immunisierungen gegen HPV für Kinder. Die Impfung ist seitdem im Kinderimpfprogramm enthalten und für alle Sprösslinge vom 9. bis zum 12. Geburtstag kostenlos. Für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr bieten die Bundesländer Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis von 50 Euro an.

Impfstoffe gegen HPV sind in Österreich seit 2006 zugelassen. Die Kosten für das Vierfach-Serum, das sowohl Mädchen/Frauen als auch Burschen/Männer schützt, liegen bei ca. 190 Euro pro Dosis. Es sind zwei Teilimpfungen notwendig. Experten forderten von Beginn an die Kostenübernahme durch die öffentliche Hand. Laut Statistik Austria erkranken in Österreich pro Jahr rund 400 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. 150 davon sterben.

Margit Aigner wird demnächst ihren Hausarzt auf die Impfung ansprechen. Für ihre jüngere Tochter würde diese noch gratis sein, für die ältere müsste sie zweimal 50 Euro berappen.