Schladming. Hypertonie, Diabetes und Adipositas sind "Nieren-Killer", hieß es Montagabend bei der Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming. 2012 gab es in Österreich 8655 Menschen, die auf lebensrettende Dialyse wegen Nierenversagens angewiesen waren oder mit einer transplantierten Niere lebten. Die Zahl der Patienten mit chronischem Nierenversagen dürfte künftig noch steigen.

An der "Spitze des Eisbergs" der Nierenkranken befinden sich Personen, bei denen die Organe ihren Filtrations- und Entgiftungsdienst aufgegeben haben. Das waren, so Alexander Rosenkranz von der Klinischen Abteilung für Nephrologie der MedUni Graz, 2012 exakt 4290 Personen an der Dialyse (Hämodialyse und Bauchfelldialyse) und 4365 Menschen mit transplantierten Nieren. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 140,1 neuen Dialysepatienten pro Jahr und Million Einwohner. Die Wartezeit auf ein Spenderorgan beträgt in Österreich rund drei Jahre, in Deutschland sind es gar acht Jahre.

Typ-2-Diabetiker und Hypertoniker machen schon rund 50 Prozent der Patienten mit Nierenersatztherapie aus. "Der Anteil der Diabetiker ist etwas zurückgegangen. Es kommen seit 2007 in Österreich weniger Diabetiker zur Dialyse. Die Babyboomer, die nachwachsen, und Adipositas werden den Trend aber deutlich erhöhen", so Rosenkranz.

"Menschen mit nur noch 60-prozentiger Nierenfunktionsrate sollten gescreent werden. Man muss die Hochrisikopatienten identifizieren", sagte Rosenkranz. Ab einer verbleibenden Nierenfunktionsrate von 20 Prozent sollte intensiv und mit allen möglichen Mitteln behandelt werden.