Brüssel. Der Sonderrat der EU-Innen- und Justizminister hat sich am Montag in Brüssel auf die Verteilung von 40.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien auf die europäischen Mitgliedsländer geeinigt. Der EU-Ratsvorsitzende und luxemburgische Migrationsminister Jean Asselborn sagte, er sei "erfreut, dass der Sonderrat diese Entscheidung angenommen" habe.

Es handle sich um eine "wichtige politische Botschaft". Die 40.000er Quote war von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bereits im Mai des Jahres vorgeschlagen worden. Eine verpflichtende Quote auf die EU-Staaten scheiterte aber. Am 20. Juli hatte sich ein Sonderrat der EU-Innenminister auf eine freiwillige Verteilung von allerdings nur etwas über 32.000 Flüchtlinge geeinigt.

Letzte Lücke im Grenzzaun geschlossen

Unterdessen hat Ungarn am Montag die letzte Lücke im Grenzzaun zu Serbien in Röszke geschlossen. Das hat ein UNHCR-Sprecher vor Ort gegenüber der APA bestätigt. In den vergangenen Wochen war der überwiegende Großteil der eintreffenden Flüchtlingen über Bahngleise gekommen, die die beiden Länder verbinden, weil diese Stelle beim Zaunbau ausgespart worden war.

4.500 Flüchtlinge sind am Montag im Südburgenland in den Bezirken Güssing und Jennersdorf angekommen, gerechnet werde noch mit bis zu 10.000, sagte Landesamtsdirektor Ronald Reiter bei einer Pressekonferenz in Heiligenkreuz. Hier wurden die Menschen in Empfang genommen, betreut und sollten mit Bussen in Quartiere gebracht werden, vor allem in die Steiermark.

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hatte sich vor dem Pressetermin selbst ein Bild von der Situation in Heiligenkreuz gemacht: "Wir haben den Eindruck, dass die Ungarn sich bemühen, ihre Flüchtlingsstellen möglichst auf Null zu stellen." Aus unserem Nachbarland wurden die Flüchtlinge mit Bussen bis zur Grenze gebracht, die dann beim Business Park Heiligenkreuz zu Fuß überquert wurde. Zahlreiche Menschen wollten den Weitertransport nicht abwarten, sondern machten sich zu Fuß auf den Weg. Bis zu zehn Kilometer entfernt sah man Flüchtlinge auf der Straße Richtung Fürstenfeld. Der eigentliche Grenzübergang Heiligenkreuz war großteils nicht von Flüchtlingsandrang betroffen.



Niessl empört sich