Innsbruck. (apa/temp) In Österreichs Bergen sind in der heurigen Sommersaison 115 Menschen ums Leben gekommen. Im Sommer 2014 waren es im selben Zeitraum von 1. Mai bis 10. September 108. Die Zahl der Verunfallten ging laut dem Kuratorium für Alpine Sicherheit zurück, von 2512 im Sommer 2014 auf heuer 2385 Personen.

"Erfreulich ist, dass die Zahl der tödlichen Unfälle im langjährigen Schnitt um zehn Prozent weniger ausmacht", sagte Kuratoriums-Präsident Karl Gabl am Mittwoch in Innsbruck. 60 Prozent der tödlichen Unfälle passierten zwischen Anfang Juni und Anfang Juli.

Mit schlechter Ausrüstung
auf den Klettersteig


Die meisten tödlichen Unfälle wurden beim Bergwandern (60 Personen) registriert, gefolgt von Klettern, Klettersteig und Hochtouren. 46 Prozent der tödlich Verunglückten waren Inländer, 36 Prozent kamen aus Deutschland. Auf dem Klettersteig sahen Kuratorium und Alpinpolizei vor allem die nicht vorhandene Ausrüstung als Ursache für die tödlichen Unfälle. Beim "normalen" Klettern mangle es an der Vorgangsweise beim Abseilen.

In Tirol verunglückten die meisten Menschen auf dem Berg tödlich (43), in Salzburg waren es 17. War für gewöhnlich ein Herz-Kreislauf-Versagen mit 50 bis 60 Prozent die Haupt-Unfallursache, so waren heuer 40 Prozent der Unfälle auf Sturz und Stolpern zurückzuführen und 37 Prozent auf Herz-Kreislaufversagen.

Die Bergrettung kritisierte einmal mehr die "Vollkaskomentalität" der Menschen auf dem Berg. Oft werde die Frage gestellt, weshalb man für eine Bergung überhaupt zahlen müsse. Tatsächlich kostet ein Hubschraubereinsatz 2000 bis 6000 Euro, dazu kommen die Kosten für die Bergrettung. Ist eine groß angelegte Suchaktion mit etwa 150 Rettern nötig, ist der Betrag schnell im sechsstelligen Bereich. Das Kuratorium für Alpine Sicherheit rät im Gespräch mit der "Wiener Zeitung": Wer gerne auf den Berg geht, sollte eine Versicherung abschließen.