Der österreichische Film basiert auf Förderungen


Denn die Realität sieht anders aus. Der Branche fehlt generell das Geld. Jeder Film, der in Österreich produziert wird, muss gefördert werden, sagt Roland Teichmann vom österreichischen Filminstitut, das Förderungen aus dem Budget des Kulturministeriums vergibt. Aktuell stehen rund 20 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Warum das so ist, ist schnell errechnet: Ein kleiner Spielfilm koste etwa zwei Millionen Euro, so Teichmann. Von einer Kinokarte fließen maximal zwei Euro zurück. Um die Kosten hereinzubekommen, müssten also eine Millionen Besucher den Film im Kino anschauen. Tatsächlich gehen aber nur durchschnittlich 15 Millionen Menschen pro Jahr ins Kino - und nur fünf Prozent von diesen deshalb, um eine österreichische Produktion zu sehen. US-Filme erreichen rund 70 Prozent der Besucher. "Deshalb gibt es die Förderungen", so Teichmann. Von den eingereichten Projekten, bei denen es um die Herstellung eines Films geht, würden 30 Prozent gefördert.

Die Situation sei europaweit ähnlich. Deutschland und Frankreich seien die einzigen Länder, in denen die Filmbranche auch ohne Förderungen existieren könnte, sagt Teichmann. In Amerika herrsche ein gänzlich freier Markt.

In Österreich muss jeder, der eine Förderung beantragt, ein Kalkulationsblatt ausfüllen. Werner Müller, Geschäftsführer des Fachverbandes Film und Musik in der Wirtschaftskammer, kann die Aufregung über Angebote wie das eingangs erwähnte daher nicht nachvollziehen. Zu wenig zu bezahlen sei mit den Förderrichtlinien gar nicht möglich, sagt er. Sobald auf dem Kalkulationsblatt eine dem Kollektivvertrag entsprechende Mindestentlohnung nicht eingehalten werde - auch bei Werkverträgen -, gebe es keine Förderung, so Müller. Teichmann bestätigt zwar, dass man ein Kalkulationsblatt ausfüllen muss - "es kann aber immer etwas passieren. Wir können ja auch nur beurteilen, was uns vorgelegt wird", sagt er dazu.

Sarah F. hofft dennoch, dass sie einmal von ihrer Arbeit beim Film leben können wird. Aber: "Meine Pension kann ich vergessen."