Wien. Seit Mai sollten Schockbilder auf neuen Zigarettenschachteln vom Rauchen abhalten. Die Österreicher lassen sich den Griff zum Glimmstängel dadurch offenbar nicht vermiesen: "Die Kunden reagieren zwar unterschiedlich, in Wirklichkeit haben die Bilder aber keine großen Auswirkungen auf den Konsum", sagte Josef Prirschl, Trafikanten-Obmann der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Zu beobachten sei aber ein Trend zu Hilfsmitteln, viele wollen sich den Anblick von Raucherlungen und Co ersparen. "Viele greifen zu Verpackungshilfen", stellte Prirschl fest, besonders Zigarettenetuis seien beliebt. Trafikanten hingegen seien ständig mit den schockierenden Bildern konfrontiert. "Das ist natürlich nicht lustig", sagte Prirschl und kritisierte, dass die Maßnahme ihre Wirkung verfehle.


Links
Rauchfrei Telefon
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

"Ohne gesundheitspolitische Wirkung"

Laut dem Sprecher der Geschäftsleitung von JTI Austria (Japan Tobacco International, früher Austria Tabak) ist es noch zu früh, um Auswirkungen zu analysieren. Man müsse berücksichtigen, dass auch noch alte Verpackungen im Umlauf sind. Er geht aber davon aus, dass der Markt stabil bleibt. "Es ist ein hoher Aufwand für die Industrie, ohne gesundheitspolitische Wirkung", kommentierte Lothert.

Beim Rauchfrei Telefon hatte es vor kurzem geheißen, dass im Juli mehr Anrufer als im gesamten Jahr 2015 verzeichnet wurden. Das sei eine Auswirkung des neuen Tabakgesetzes, teilte die NÖ Gebietskrankenkasse, Betreiberin der Hotline für ganz Österreich, mit. Seit der Umsetzung der Tabakrichtlinie sind nicht nur Schockbilder auf Zigarettenpackungen verpflichtend, auch die Telefonnummer der sogenannten "Quitline" muss aufgedruckt sein.