Wien/Jakarta. "Wie sieht es in deiner Umgebung aus? Was läuft schief? Und was kannst du persönlich tun?" Diese drei Fragen sollen jene begleiten, die den "Docat" in die Hand nehmen. Dabei handelt es sich um einen Jugendsozialkatechismus, der sozusagen "die himmelblaue Schwester des gelben Jugendkatechismus ‚Youcat‘ ist", wie Österreichs Jugendbischof Stephan Turnovszky das 320-seitige Buch bei der Präsentation am Donnerstag in Wien nannte - die übrigens am selben Tag auch in Indonesien stattfand.

Das passt insofern, weil der "Docat" für Jugendliche in aller Welt gedacht ist. Schließlich war es der Weltjugendtag in Krakau Ende Juli, auf dem Papst Franziskus vor rund 1,5 Millionen jungen Christen erklärte: "Ich möchte nicht, dass ihr auf euren Sofas, hinter euren Handys eure Jugend versäumt." Und: "Ein Christ, der in diesen Zeiten kein Revolutionär ist, ist kein Christ." Und so ist der "Docat" in erster Linie als eine Art Handbuch für Sozialaktivisten zu sehen - und zwar nicht nur für christliche, wenn man sich die Inhalte anschaut, die von Gemeinwohl und Solidarität über Bioethik bis Umweltschutz reichen.

Ein Buch und eine App von Jugendlichen für Jugendliche


Der Weltjugendtag war sozusagen der Stadtschuss für die erste Auflage, die gleich einmal 120.000 Stück beträgt und bisher in acht Sprachen übersetzt wurde (zwei Dutzend weitere sind in Arbeit), wobei die länderspezifischen Ausgaben auch in den Schwerpunkten variieren. Schließlich sind Jugendliche in Österreich mit anderen Fragestellungen und Problemen konfrontiert als in Indonesien. Wichtig war Papst Franziskus jedenfalls, dass in den Autorenteams für den "Docat" - der Name leitet sich von den englischen Wörtern "do" und "catechism" ab - neben Sozialwissenschaftern und Theologen auch Jugendliche vertreten waren. So arbeiteten an der deutschsprachigen Version mehr als 50 Personen mit.

Aufgrund der Zielgruppe war bald klar, dass ein Buch allein nicht reichen würde. Also wurde auch eine App entwickelt, die laufend erweitert wird. "Wir wissen, dass wir hier noch mehr bieten müssen, also gibt es zum Beispiel auch ein Quiz", sagt Projektleiter Bernhard Meuser. Rund 70.000 Mal wurde die App bereits heruntergeladen. Nachdem der "Youcat" zur christlichen Glaubenslehre, der noch unter Benedikt XVI. entstanden ist, bereits das meistverkaufte katholische Buch der Welt nach der Bibel ist, hat Papst Franziskus nun auch mit dem "Docat" große Ziele: "Wenn ich euch alle nun einlade, die Soziallehre der Kirche wirklich kennenzulernen, so träume ich nicht nur von Gruppen, die unter Bäumen sitzen und darüber diskutieren. Das ist gut! Macht das! Mein Traum ist größer: Ich wünsche mir eine Million junger Christen, ja am besten eine ganze Generation, die für ihre Zeitgenossen ,Soziallehre auf zwei Beinen‘ sind", schreibt er im Vorwort.

Für Österreich gibt es bereits ein erstes sinnvolles "Docat"-Einsatzgebiet: Er wird an alle 5000 Teilnehmer der achten Auflage der Jugendsozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss" (19. bis 22. Oktober) verteilt. Sophie Matkovits, Vorsitzende der Katholischen Jugend, stellt dazu fest: "Der ‚Docat’ ist das Buch zu unserer Aktion und umgekehrt."

"Docat - Was tun?"

320 Seiten; 14,99 Euro

www.docat-app.com, www.youcat.org