Graz/Wien. Der steirischen S-Bahn steht am Sonntag die Erweiterung ihres Netzes um die Linie S8 und S9 und damit die größte Ausweitung des Fahrplans seit 2011 ins Haus. Mit den beiden neuen Strecken soll die Obersteiermark zwischen Unzmarkt, Bruck und Mürzzuschlag besser erschlossen werden. Die Gesamt-Fahrgastzahlen haben sich nach einer Spitze im Vorjahr auf rund 44.000 Fahrgäste pro Werktag eingependelt.

Seit 2007 bieten die ÖBB sowie die Graz-Köflacher-Bahn (GKB) und die Steiermärkischen Landesbahnen (StLB) die S-Bahn-Verbindungen an. Seither hat die Einsteigerzahl pro Tag von 26.900 auf nunmehr rund 44.100 im täglichen Schnitt im Jahr 2016 zugelegt. Das entspricht einem Zuwachs von 64 Prozent, hieß es am Mittwoch in Graz. Die meisten Gäste hatte man im Vorjahr mit etwa 45.500 pro Tag verzeichnet (69 Prozent mehr gegenüber 2007).

Der leichte Rückgang in der Statistik sei auf mehrere Einflussfaktoren wie das Wetter am Tag der Erhebung oder auch die Treibstoffpreise zurückzuführen. Diese liegen im Vergleich zu den Höchstwerten immer noch relativ niedrig. Hinzu kommen auch Baustellen, wie etwa die neue Kugelsteinbrücke, durch die der Bahnverkehr auf der S1 zwischen Graz und Bruck auf der Schiene unterbrochen war und mit Bussen gefahren werden musste.

30-Minuten-Takt zwischen Leoben und Kapfenberg

Für wieder steigende Zahlen dürften die S8 und die S9 sorgen, die am Sonntag mit dem neuen Bahn-Fahrplan in Betrieb gehen. Die S8 verkehrt zwischen Unzmarkt und Bruck, die S9 zwischen Bruck und Mürzzuschlag. Besonders im Kern der Strecke zwischen Leoben und Kapfenberg sollen zwischen 8 und 20 Uhr alle 30 Minuten Züge fahren. In diesem Abschnitt erwarte man sich pro Tag etwa 600 zusätzliche Fahrgäste, schilderten Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) sowie ÖBB-Regionalleiter Franz Suppan. Für den Wirtschaftsraum Obersteiermark sei die S-Bahn besonders wichtig.

Verlängerung der Trasse in Weiz

Zugpferd der S-Bahn ist nach wie vor die S5 zwischen Graz und Spielfeld. Sie hat pro Tag rund 12.100 Einsteiger. Stark gewachsen ist die S3, die seit 2011 eng getaktet von Graz nach Fehring führt. Die S1 von Graz nach Bruck dagegen hatte zuletzt wegen Baustellen etwas nachgelassen, blieb aber auf rund 8.000 Einsteiger pro Tag. Luft nach oben wird noch bei den GKB-Strecken der S6 und S7 nach Wies-Eibiswald bzw. Köflach gesehen. Auf der S31 von Gleisdorf nach Weiz arbeiten die StLB derzeit an ihrer ersten Streckenerweiterung seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Direktor Karl Schumet: "Voraussichtlich ab Mai fährt der Zug einen Kilometer weiter bis ins Weizer Stadtzentrum zum Bundesschulzentrum." Rund 350 Burschen und Mädchen dürften die Verlängerung an Schultagen nutzen.