Wien. Ein 21-Jähriger, der sich vor einem Jahr im Theresienbad in Wien-Meidling an einem zehn Jahre alten Buben vergangen hatte, ist am Dienstag zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess gegen den Flüchtling aus dem Irak musste zum Teil wiederholt werden, weil der Oberste Gerichtshof (OGH) das Ersturteil vom Juni - sechs Jahre Haft - wegen Feststellungsmängeln teilweise aufgehoben hatte.

Während andere Anklagepunkte - schwerer sexueller Missbrauch eines Unmündigen und Verleumdung - bereits rechtskräftig erledigt sind, musste ein Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Beate Matschnig nun noch einmal die inkriminierte Vergewaltigung verhandeln. Der OGH hat in diesem Umfang eine Neudurchführung des Verfahrens angeordnet.

"Vom Satan befallen"

Der Iraker war im September 2015 über die Balkanroute nach Österreich gekommen. Drei Monate später packte er im Hallenbad einen Zehnjährigen an der Hand, zerrte ihn in eine WC-Kabine, verriegelte die Tür und verging sich an dem unmündigen Schüler. Der 21-Jährige bekannte sich wie im ersten Prozessgang schuldig. Es sei vom "Satan befallen" gewesen und hätte ein Blackout gehabt.

Die sieben Jahre Haft seien in Zusammenhang mit den bereits rechtskräftigen Verurteilungen zu sehen, sagte Matschnig. Dem Gesetz entsprechend wurde nämlich auch der Strafausspruch aufgehoben. Im zweiten Rechtsgang musste eine neue Strafe festgesetzt werden. Zudem wurden dem Opfer 5.000 Euro Schmerzengeld zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Roland Kier bat im Namen seines Mandanten um drei Tage Bedenkzeit.