Wien. Wer Mittwochmorgen aus dem Fenster blickte, sah in vielen Gegenden Österreichs ein Bild, dass wohl eher an Weihnachten, als an Mitte April erinnerte: Es schneite. Und so sollte es den ganzen Tag über weitergehen. Konnte man vor zwei Wochen noch auf vorgezogene Freibad-Öffnungen hoffen, sind nun wieder Fäustlinge und Haube angesagt.

In Niederösterreich hat der Wintereinbruch sogar bis zu einem Meter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden gebracht. Er behindert den Verkehr massiv und hat zu Autobahnsperren geführt. So waren laut Asfinag die West- (A1) und die (A21) Außenringautobahn betroffen.

A21 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt

Die A21 bleibt am Mittwoch bis auf weiteres in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, berichtete die Asfinag. Auf den Steigungen im Bereich Hochstraß Richtung A1 blieben trotz der Schneeräumung immer wieder Fahrzeuge hängen. Die Richtung Wien war frei von Verkehr, wurde jedoch gesperrt, um die Einsatzkräfte zur Staustelle zu schicken.

"Wir fahren nun mit einer Räumstaffel mit Polizeibegleitung gegen die Richtungsfahrbahn über die A 21", sagt Heimo Maier-Farkas, Leiter des Autobahnbetriebes, "dann leiten wir die Pkw über die Betriebsumkehr auf die Fahrtrichtung Wien um." Nur so könnten die Pkw-Fahrer aus dem Stau geholt werden. Danach würde mit den Räumstaffeln wieder in Fahrtrichtung Steinhäusl geräumt. Die Versorgung der Autofahrer wurde durch das Rote Kreuz übernommen.

Lkw müssten die Sperre der A21 Richtung Steinhäusl auf der Autobahn abwarten. Nach derzeitigem Stand werde die Sperre noch bis in die späteren Abendstunden dauern. Da die Schneefälle im Bezirk rund um Alland anhaltend stark sind, wurden die parallel zur A 21 führenden Landesstraßen durch die Bezirkshauptmannschaft Baden gesperrt.

Wiener Feuerwehr im Dauereinsatz

Auch die Wiener Berufsfeuerwehr war am Mittwoch im Dauereinsatz: Alleine seit 16.00, 17.00 Uhr musste 55 Mal ausgerückt werden, vor allem wegen loser Äste und umgestürzter Bäume in den Bezirken 13, 14 und 23. "In Liesing glaubt man, man ist in Kitzbühel", sagte Sprecher Christian Feiler.

Dem immer intensiver fallenden Nassschnee waren viele der bereits mit laub bedeckten Äste oft nicht gewachsen und gaben unter dem Gewicht nach. Dazu kamen noch Windböen bis zu 80 km/h, die etwa in der Kaltenleutgebner Straße Bäume umwarfen und diese blockierten.

Bis 19.30 Uhr wurden an die 90 Einsätze absolviert. "Normal sind in 24 Stunden rund 100. Und wir haben noch die ganze Nacht vor uns", meinte Feiler.

Lawinengefahr in Niederösterreich und Vorarlberg

Für Donnerstag wurde in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet oberhalb der Waldgrenze eine große Lawinengefahr (Stufe "4" der fünfteiligen Skala) prognostiziert, in den übrigen Regionen ein erhebliches Risiko. In der Nacht auf Donnerstag soll der intensive Schneefall anhalten.

Auch in Vorarlberg ist die Lawinengefahr am Mittwoch noch einmal angestiegen. Nach den Schneefällen der vergangenen Tage wurde sie im Norden des Landes oberhalb von 2.000 Metern als "groß" (Stufe 4) beurteilt, in den anderen Landesteilen als "erheblich" (Stufe 3). In den Nordstaulagen fielen seit Samstag 150 Zentimeter Neuschnee, im Süden 70 bis 90 Zentimeter.

Burgenlands Weinbauern rüsten auf

Da es laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in der Nacht auf Donnerstag Temperaturen um die null Grad Celsius geben kann, rüsten die burgenländischen Wein- und Obstbauern gegen den Frost.

"Bedenklich" könne es besonders am Freitag werden, da dann mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu rechnen sei, berichtet der Leiter der Pflanzenbauabteilung der Landwirtschaftskammer Burgenland, Wolf Reheis.

Zum Schutz der Kulturen seien bei den Betrieben vor allem Räuchermaßnahmen üblich. Dabei werden Strohballen zum Qualmen gebracht. Die Rauchwolke soll im betroffenen Gebiet die Pflanzenknospen vor zu schneller Erwärmung durch die Morgensonne und somit vor dem Aufplatzen schützen. Im Verkehr könne das Abbrennen des Strohs zu Sichtbehinderungen führen. Deswegen werde Autofahrern zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten, so Reheis.

Ende des Schneefalls voraussichtlich Donnerstagabend

Seitens der Landessicherheitszentrale Burgenland wurden bis Mittwochnachmittag nur kleinere witterungsbedingte Einsätze verzeichnet. Mehrere Bäume knickten um, bei den Verkehrsunfällen wurden vorerst keine Verletzten gemeldet.

Die Niederschläge sollen in der zweiten Hälfte der Nacht auf Donnerstag etwas geringer ausfallen. Schneefall wurde aber weiterhin bis in die Täler erwartet - möglich seien weitere 30 bis 40 Zentimeter, hieß es am Mittwoch gegen 17.00 Uhr. In den Hochlagen wurde mit deutlich höheren Neuschneemengen gerechnet. Der Wind bleibe stürmisch, am Donnerstag soll der Schneefall am Nachmittag aufhören.