Klagenfurt. (koss) Im Fall eines 44 Jahre alten Unternehmers aus Niederösterreich, der Anfang Juni bei einem Bootsunfall am Wörthersee ums Leben gekommen ist, steht nun die Todesursache fest. Er sei in die Schiffsschraube des Motorbootes geraten, ergab das medizinische Gutachten am Mittwoch. Die Schraube habe dem Opfer das Gesicht und den Gehirnschädel zertrümmert.

In der Aussendung der Staatsanwaltschaft heißt es dazu: "Eine derartig massive Verletzung hat den sofortigen Tod und die sofortige Handlungsunfähigkeit der betroffenen Person zur Folge." Eine andere Todesursache sei laut Obduktionsbericht völlig ausgeschlossen.

Ein 44-jähriger Niederösterreicher aus dem Waldviertel hatte das Boot gelenkt, er wird von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter geführt. Zum Unfallzeitpunkt sei er alkoholisiert gewesen, seine Untersuchung habe knapp 1,2 Promille ergeben. Auch das Opfer sei betrunken gewesen.

Unterschiedliche Aussagen

Das Boot fuhr in westliche Richtung, als der Lenker vor Maria Wörth laut Aussagen von Augenzeugen einige scharfe Kurven einlegte. Dabei ging der gleichaltrige Unternehmer aus dem Weinviertel über Bord. Über die darauf folgenden Geschehnisse gibt es unterschiedliche Zeugenaussagen. Die Zeugen, die den Zwischenfall vom Ufer aus beobachtet hatten, gaben zu Protokoll, dass das Boot dann rückwärts geführt wurde. Dafür spricht das Ergebnis der Obduktion. Der Beschuldigte spielte die von ihm gefahrenen Kurven laut Ermittlern in seiner Aussage allerdings herunter. Gegenüber den Behörden gab er zudem an, zum gleichen Zeitpunkt wie das Opfer aus dem Boot gefallen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung ein. Nach dem Obduktionsergebnis ist mit einem Strafverfahren zu rechnen, dem Niederösterreicher drohen im Fall einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft.