Wien. Mais, Zuckerrüben, Sojabohnen - sie alle leiden massiv unter der Dürre. Nicht so der tief wurzelnde Wein. Ganz im Gegenteil. "Die Traubenqualität ist heuer sehr hoch", sagt Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Weinbauverbands, zur "Wiener Zeitung", "weil die Trauben aufgrund der Trockenheit weniger von Fäulnis und Pilzkrankheiten betroffen sind."

Auch Frost und Hagel, die sich wegen des Klimawandels ebenfalls häufen, hätten weniger Schäden als im Vorjahr angerichtet. Kommt nun mehr Regen zu den hohen Temperaturen dazu, könnten sich die Trauben mit Wasser füllen - und die Ernte werde auch mengenmäßig im guten Durchschnitt liegen.

Schmuckenschlager erwartet zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Hektoliter Wein, im Vorjahr waren es rund 1,8 Millionen. Ungewöhnlich früh habe man im Burgenland bereits mit der Lese frühreifer Rebsorten wie Bouvier oder Müller-Thurgau für Most und Sturm begonnen, ergänzt Christian Zechmeister, Geschäftsführer von Wein Burgenland. Die spät reifenden Rotweinsorten würden dieses Jahr voraussichtlich auch "sehr reif".

Wo der Boden wenig Wasser speichert wie in der Wachau mit ihren Steinterrassen, mussten die Bewässerungsanlagen laut Schmuckenschlager freilich durchgehend laufen. Insgesamt würden unter zehn Prozent bewässert. Etwa die Hälfte davon seien Jungweingärten.

Preislich werde man heuer stabil bleiben, so Schmuckenschlager. Der Durchschnittspreis aller Exporte ist im langjährigen Vergleich stark gestiegen. 2016 lag er bei 3,05 Euro pro Liter - vor 14 Jahren waren es 83 Cent. An der Teuerung sei aber auch das Streichen des Bundesbeitrags 2015 von 730.000 Euro an die Österreich Weinmarketing GmbH schuld, heißt es von dieser.