"Hat das fliegende Spaghettimonster den Menschen erschaffen oder der Mensch das fliegende Spaghettimonster?", hakt der Richter dann nach. "Ich glaube, der Mensch hat jeden Gott erschaffen", erklärt der Befragte.

Ein weiterer junger Mann gibt ebenfalls an, hauptsächlich über einen Newsletter mit den Pastafaris verbunden zu sein. "Sie glauben aber, dass es das fliegende Spaghettimonster gibt?", fragt der Richter. "Ja. Aber angreifen kann ich es nicht", sagt der Mann. "Ja, dann wüssten Sie ja auch, dass es das Monster gibt", kommentiert der Richter.

Nudelsieb als Kopfbedeckung

Ein Mann mittleren Alters, von Beruf Beamter, zeigt dem Richter dann auch ein aufklappbares Nudelsieb aus Kunststoff, das sich die Gläubigen auf den Kopf setzen würden. Er sei ohne Bekenntnis aufgewachsen, doch habe ihn die Offenheit der Pastafaris angezogen. "Ich esse eigentlich lieber Reis", gesteht der Beamte.

Ob sich der Richter von der Ernsthaftigkeit der Pastafaris überzeugen lässt, wird sich erst zeigen. Ein Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts dürfte es erst im Frühjahr geben. Selbst dann dürfte die Causa aber noch nicht zu Ende sein. Denn auch der Verwaltungsgerichtshof wird sich mit ihr wohl noch zu beschäftigen haben. Er werde eine ordentliche Revision jedenfalls zulassen, so der Richter zu Beginn der Verhandlung. Der Verfassungsgerichtshof und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte könnten allenfalls auch noch eine Verletzung der Religions- bzw. Weltanschauungsfreiheit (Artikel 9 EMRK) prüfen.

"Unregelmäßiger Kontakt"

Bei manchem Zeugen bleibt nach seiner - meist flotten, zehnminütigen - Vernehmung aber bereits jetzt oft im Unklaren, ob sie die Bewegung als eigenständige religiöse Lehre oder Religionskritik verstehen. "Ja sicher glaube ich, dass das fliegende Spaghettimonster Menschen erschaffen hat", meint der ältere Universitätsprofessor. Kurz pausiert er, um dann hinzufügen: "So wie andere Menschen glauben, dass Gott großartige Dinge erschaffen hat."

Er kriege zwar Nachrichten von den Pastafaris, habe aber nur "unregelmäßigen Kontakt", so der Mann. Einmal sei er zum Mitglied eines Rates gewählt worden. "Ich weiß aber nicht, ob ich das noch bin."

Wissen

Die Bewegung rund um das fliegende Spaghettimonster wurde 2006 vom US-Physiker Bobby Henderson gegründet. Sein Buch "The Gospel of the Flying Spaghetti Monster" war eine Reaktion auf den Kreationismus-Trend in den USA. In Österreich hatte der Ex-Neos-Mandatar Niko Alm die Gruppe bekannt gemacht: Er hatte es geschafft, ein Nudelsieb auf seinem Führerscheinfoto tragen zu dürfen.