Mistelbach/Korneuburg. Amokläufe und andere Fälle von Waffengewalt kommen international gesehen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens vor. Besonders häufig werden Bildungseinrichtungen attackiert. Solche "Schoolshootings" stellen eine Sonderform unter den Amokläufen dar, da sie seltener aus "blindwütiger Raserei" heraus begangen werden.

Begriff aus dem Malaiischen

Der Begriff Amok stammt aus dem Malaiischen und bedeutet wütend und rasend. Man bezeichnet damit eine psychische Ausnahmesituation, die von Unzurechnungsfähigkeit, blindwütiger Aggression und absoluter Gewaltbereitschaft gekennzeichnet ist. Die Täter sind überwiegend männlich.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Amok als "willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblichen (fremd)zerstörerischen Verhaltens". Kennzeichnend für eine als Amok definierte Gewalttat ist die Gefährdung mehrerer Menschen, die verletzt oder sogar getötet werden. Nach Erkenntnissen von Polizeipsychologen waren Amokläufer eher unauffällig, zeigten ihre Gefühle nicht und neigten zu Selbstüberschätzung.

Amokläufer haben meist eine aggressionsgehemmte Persönlichkeit und sind konfliktunfähig. Typisch ist eine allmähliche Entwicklung gewalttätiger Gedanken und Fantasien. Soziale Kompetenz und die Fähigkeit, Ärger und Stress zu verarbeiten, sind oft unterentwickelt.

Gedankliche Beschäftigung mit der Gewalttat

Vor "Schoolshootings" haben sich fast alle Täter bereits gedanklich mit der Gewalttat beschäftigt und diese oft auch geplant, berichten Experten. Aus Untersuchungen in den USA, wo Schulen besonders häufig Schauplätze für buchstäbliche Massaker wurden, weiß man, dass Opfer teilweise bewusst ausgewählt und regelrecht hingerichtet worden sind, oder es existierten sogar "Todeslisten". Die jugendlichen Täter fühlten sich ausgegrenzt und wollten sich an einer abweisenden Welt durch ein blutiges Finale rächen, in dem sie dann selbst untergehen.