Ozeane spielen wichtige Rolle

Dazu kommt die nicht unwesentliche Rolle der Ozeane, die diese beim CO2-Haushalt der Erde spielen. "Ozeane absorbieren etwa ein Drittel des CO2, das Menschen zusätzlich durch das Verheizen fossiler Brennstoffe wie Kohle und Gas erzeugen", sagt Pawloff. Die Aufnahmefähigkeit der Ozeane sei jedoch begrenzt - und bereits am Limit.

Ein internationales Team rund um Wissenschafter der Universität Princeton im US-Bundesstaat New Jersey und dem Max Planck Institut für Chemie in Mainz kam nun zu dem Schluss, dass eine Zunahme der Aktivität des südlichen Ozeans für die Erwärmung nach der letzten Eiszeit vor 11.000 Jahre verantwortlich gewesen sein könnte. Der südliche Ozean, der die Antarktis umschließt, gelte aufgrund der dort herrschenden, besonderen Bedingungen als "Leck" der "biologischen Pumpe" der Weltmeere. Eine verstärkte Wasserzirkulation könnte dazu geführt haben, dass vermehrt CO2 in die Atmosphäre gelangte, was den Planeten erwärmte, so die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience". Denn Treibhausgase, zu denen CO2 zählt, absorbieren die langwellige Strahlung (Wärmestrahlung), die von der Erdoberfläche, den Wolken und der Atmosphäre selbst abgestrahlt wird.

Die aktuelle Zunahme von CO2 in der Atmosphäre könnte somit für Österreich bedeuten, dass Hitzewellen und Dürreperioden in den Sommermonaten künftig zum Dauerzustand werden; dass das, worüber heute noch als außergewöhnlich berichtet wird, zur Norm wird. Das hätte freilich auch wirtschaftliche Folgen, vor allem für die Landwirtschaft, die schon jetzt an geeigneten, trockenresistenten Sorten forscht. Noch dramatischer würde es allerdings jetzt schon trockene und heiße Regionen wie Afrika oder den Mittelmeerraum treffen. "Die nächste große Herausforderung für Europa", sagt Pawloff, "werden daher Klimaflüchtlinge sein."