In Wien, mit rund 28.000 Hektar Österreichs zweitgrößter Waldbesitzer, gibt es bereits jetzt so gut wie keine Fichten mehr. "Dort ist die bei weitem dominanteste Baumart die Rotbuche. Wenn es langfristig immer trockener wird, kann sie aber anfällig für Insekten wie den Borkenkäfer werden. Bei den Eichen, die ebenfalls gehäuft im Wienerwald stehen, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Und die dortigen Fichten, die eigentlich nicht unbedingt dort hingehören, fallen ohnehin schon jetzt aus", sagt Manfred Josef Lexer vom Institut für Waldbau an der Boku.

Betrachtet man die Situation aus einem größeren Blickwinkel, wird der Anteil der Fichte europaweit laut einer Studie der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Holzwirtschaft "pro:Holz" von 29 Prozent 2010 auf 15 Prozent im Jahr 2100 sinken. Auch die Kiefern werden weniger, deren Anteil wird in dieser Zeitspanne demnach von 23 auf 10 Prozent schrumpfen. Gewinner sind die mitteleuropäische und die mediterrane Eiche, mit einem Zuwachs von 10 auf 20 respektive 11 auf 32 Prozent.

Im Vorjahr wurden "pro:Holz" zufolge in der Sägeindustrie 16,2 Millionen Festmeter Sägerundholz eingeschnitten, die Schnittholzproduktion (Nadel- und Laubholz) betrug 9,6 Millionen Kubikmeter. Rund 60 Prozent der Nadelschnittholzproduktion gehen in den Export. Die Schadholzmenge allein durch den Borkenkäfer liegt allerdings laut Umweltministerium in Niederösterreich bei derzeit 1,8 bis 2,2 Millionen Festmetern, für Oberösterreich gehe man von einer Million Festmetern aus, heißt es. Das führe auch zu einem Preisverfall beim Holzpreis, weshalb Umweltministerin Elisabeth Köstinger ein Maßnahmenpaket in der Höhe von drei Millionen Euro fixiert habe.

Douglasie als mögliche Alternative im Bauwesen

In der Holztechnologie arbeitet man indes bereits fieberhaft daran, geeignete Alternativen zu Nadelholz im Bauwesen zu finden. "Das Thema Laubholz hat in der Forschung an Bedeutung gewonnen, und es wird eine Umstellung im Bauwesen geben", sagt Michael Grabner vom Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe an der Boku. Komplett möchte die Bauwirtschaft das Nadelholz allerdings nicht aufgeben, weil dieses allein durch seine Länge gewisse Vorteile mit sich bringe. Das muss man aber gar nicht. Denn auch hier experimentiert man zum Beispiel mit der Douglasie.