Wien. Wie ein schrilles Surren, als würde eine Horde von Mini-Helikoptern starten. So hört es sich an, wenn eine Kameradrohne vom Boden abhebt. Jene, die ihre Daumen dabei am Joystick haben, sind aber meist illegal unterwegs. Am Freitag erst kam eine Drohne am Flughafen Schwechat einem Passagierflugzeug der AUA gefährlich nahe. Flugzeug und Drohne trennten nur 200 Meter. Im Flugverkehr ist das nur ein Wimpernschlag. Eine Kollision könnte sogar einen Flugzeugabsturz verursachen. Wer die Drohne bediente, ist nicht bekannt.

Eigentlich brauchen Drohnenbesitzer eine Bewilligung von der Luftfahrtbehörde AustroControl. Je nach Masse gelten dabei unterschiedliche Bestimmungen. Eine Bewilligung kostet einmalig circa 300 Euro, die notwendige Versicherung dazu noch einmal 60 Euro pro Jahr.

Warum die Anmeldung so komplex ist? Damit es im Luftraum sicher bleibt, meint Peter Schmidt, Sprecher von AustroControl. "Bevor es das Gesetz gab, waren Drohnen ein rechtlicher Graubereich. Niemand konnte dafür belangt werden, wenn er andere gefährdete." Seiner Meinung nach hat sich das Gesetz bewährt. "Im Unterschied zu anderen Ländern gab es in Österreich noch keine großartigen Zwischenfälle mit Drohnen." Vom Antrag bis zur Bewilligung vergehen mindestens ein paar Tage. Bei größeren, gewerblichen Drohnen kann es aber auch länger dauern. Sobald eine Drohne bewilligt ist, bekommt sie einen Registrierungsaufkleber. Ein Nummernschild sozusagen. Der Pilot erhält außerdem einen Bescheid, der vergleichbar mit einem Führerschein ist.

"Die meisten Leute haben
keine Ahnung davon"


Die strengen Bestimmungen sorgen zwar für Sicherheit, allerdings wissen viele nicht über die Rechtslage Bescheid. "Die meisten Leute haben keine Ahnung davon", sagt Werner Noisternigg von der Infoplattform Drohnenbewilligung.at. Er stand gemeinsam mit einem Kollegen vor demselben Problem wie viele andere Drohnenbesitzer: Sie wussten nicht, wie sie ihre Drohne anmelden müssen. Also haben sie eine Online-Plattform ins Leben gerufen, auf der sie Hilfestellung bei der Anmeldung bieten.

Der Service kostet 49 Euro. Noisternigg weiß, dass sich viele vom Aufwand abschrecken lassen. "Manche kaufen sich von vornherein keine Drohne, weil es ihnen zu umständlich ist. Andere lösen das Problem typisch österreichisch nach dem Motto dann fliege ich halt ohne Bewilligung, wird schon passen." Wer ohne passende Bewilligung beim Fliegen erwischt wird, zahlt je nach Größe der Drohne bis zu 22.000 Euro Strafe. Bei kleineren Drohnen wie Kameradrohnen fällt die Strafe in der Regel etwas milder aus. "Sie liegt erfahrungsgemäß zwischen 3000 und 4000 Euro", weiß Benjamin Hetzendorfer, Drohnenverantwortlicher beim ÖAMTC. Auch er meint, dass das komplexe Gesetz die Leute abschreckt. "Vor allem bei kleinen Veranstaltungen fliegen viele Drohnen illegal. Den Organisatoren ist es zu aufwändig, die Drohne anzumelden." Für sinnvoll erachtet er die Regeln trotzdem.