Wien. Der Wolf ist zurück und mancherorts herrscht Angst und Verunsicherung: Rund 20 Tieren streifen derzeit - vor allem ausgehend von Allentsteig - durch Österreich. Laut dem WWF besteht ein Wolfsrudel in Mitteleuropa im Durchschnitt aus 4-6 Tieren. Insgesamt geht man in ganz Österreich derzeit von rund 20 Wölfen aus – dem Rudel in Allentsteig sowie einzelnen durchziehenden Wölfen.

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) sieht die Rückkehr laut einer Umfrage des Gallup-Instituts vom Juli positiv, hieß es in einer Pressekonferenz am Freitag. Allerdings sind zwei Drittel der Befragten auch der Meinung, dass das negative Auswirkungen auf Familienausflüge und Freizeitaktivitäten haben könnte.

Das "Kuratorium Wald" sieht in den Ergebnissen der Umfrage einen Handlungsauftrag und fordert einen Plan für den Umgang mit dem Wolf in Österreich. Es hat vorerst einen Plan ausgearbeitet. Demnach wird das Bundesgebiet in vier Zonen eingeteilt: in Abstufungen von geeignet bis ungeeignet für eine Besiedlung durch Meister Isegrim. In den "roten" Gebieten soll etwa nach Ausschöpfung aller Mittel - wie Vergrämung und Umsiedlung - eine "Entnahme" möglich sein. Derzeit sind Wölfe in Europa geschützt und in Österreich als jagdbares Wild ganzjährig geschont.

Landwirte nicht erfreut

Den Bauern - vor allem den Schafbauern - gefällt dieser Schutz nicht. Es wird diskutiert, ob Zäune Abhilfe schaffen könnten, allerdings widerspreche das der Waldordnung. Das "Kuratorium Wald" hält jedenfalls den Raum für weitere vier Wolfsrudel in Österreich als gegeben. Der WWF verweist auf Studien, wonach Österreich sogar bis zu 35 Rudel vertragen würde.Die Naturschutzorganisation setzt sich gegenüber der Politik für ein rechtskonformes Wolfsmanagement mit einer Herdenschutzoffensive und angemessenen Entschädigungszahlungen ein.

Verhaltensforscher Kurt Kotrschal verwies in einer Aussendung auf Deutschland, wo die Wolfspopulation sehr schnell wachse. Bisher habe es dort keinen kritischen Vorfall mit Menschen gegeben.