Wien. (dab) Die Einvernahmen im Buwog-Prozess nähern sich dem Ende. Noch einmal wurde am Mittwoch Gerald Toifl, der ehemalige Rechtsanwalt und Steuerberater von Walter Meischberger, befragt. Toifl wird Geldwäsche und Beweismittelfälschung vorgeworfen. Er soll Lugurkunden wie etwa eine Investmentvereinbarung erstellt haben, um Zahlungen zu verschleiern bzw. Geldflüsse zu rechtfertigen. Toifl bestreitet das.

Am 57. Verhandlungstag wurde aus Meischbergers Tagebuch, das bei den Ermittlungen beschlagnahmt wurde, zitiert. "Verträge sind zu ‚finden‘ und abzustimmen", schrieb der Ex-Lobbyist im Herbst 2009. Damals waren die ersten Medienberichte zur Causa Buwog erschienen, die ersten Treffen zwischen Meischberger und Toifl fanden statt. "Meischberger wusste nie, wo seine Verträge sind", erklärte Toifl diesen Eintrag. Viele Dokumente habe Meischberger etwa an seinen Bankberater bei der Hypo Liechtenstein geschickt. Er habe keine Verträge erfunden, betonte Toifl.

Laut Anklage belasten die Gespräche und Treffen mit Toifl die Angeklagten, sie sollen der Vertuschung gedient haben. Die Termine sind im beschlagnahmten Leistungsverzeichnis Toifls aufgelistet. Darin sei zweimal etwas falsch eingetragen worden, so
Toifl. Er habe statt mit "Grasser" in Wahrheit mit "Gasser" telefoniert, einem Liechtensteiner Anwalt, den er befragt habe.

Faktum "Telekom" startet bald

Toifl wird noch heute, Donnerstag, befragt. Danach gibt es Veränderungen: Ab 6. November wird in der Hauptverhandlung voraussichtlich das Faktum "Telekom" behandelt. Dabei geht es um angebliche Schmiergeldzahlungen der Telekom Austria an Parteien. Angeklagt sind neben Meischberger und Peter Hochegger auch drei Ex-Manager der Telekom. Grasser wird bezüglich dieses Faktums nicht belangt: Er muss diesen Verhandlungsterminen daher nicht beiwohnen.

Die Einvernahmen zu diesem Themenkomplex werden einige Verhandlungstage beanspruchen. Dann wird wohl das Beweisverfahren in der Causa Buwog mit den ersten Zeugenbefragungen eröffnet werden.