"Ghettos wären sozialer Sprengstoff"

Auch in Wien seien die Normen aktuell Thema, heißt es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Denn Rot-Grün will laut Regierungspaket jährlich 10.000 neue Wohnungen bauen, und Arbeitsgruppen gehen nun gemeinsam mit Experten die Möglichkeiten durch, wie man Kosten einsparen kann. Gerade in Wien müsse man aber bezüglich Barrierefreiheit mitbedenken, dass aufgrund der Demografie die Zahl der Älteren zunehmen wird.

In der GBH, der Gewerkschaft Bau-Holz, ortet man ein weiteres Problem - und zwar, was den Einbau vorgefertigter Teilstücke betrifft. "Wenn diese Teile nicht aus Österreich kommen, dann hätte ich ein Problem", sagt Vorsitzender Josef Muchitsch. Denn das würde nicht nur einen finanziellen Einbruch für den manuellen Einbau vor Ort, sondern auch für den Produktionsbereich bedeuten.

Letztendlich werde man wohl nicht umhinkommen, leer stehende Gebäude wie Parkhäuser in Wohnraum umzuwandeln, resümiert Zukunftsforscher Andreas Reiter. Günstigere Wohnungen für Studenten, Geringverdiener und Migranten sollten aber unbedingt auch in "reicheren" Gegenden wie Döbling entstehen. "Sonst schafft man Ghettos", sagt Reiter, "und das wäre sozialer Sprengstoff."