Maputo/Beira/Harare. Der Klimawandel könnte an den Auswirkungen des Zyklons "Idai" und der nachfolgenden Flutkatastrophe seinen Anteil haben. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die durch den Sturm ausgelöste Flut durch den Klimawandel verstärkt wurde, weil der Klimawandel den Meeresspiegel in der Region erhöht hat", sagte Walter Hajek, Leiter des Bereichs Internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz.

Hajek berief sich dabei auf einen Analyse des Rotkreuz-Klimazentrums in Den Haag. "Wegen mangelnder Daten zu Windgeschwindigkeiten ist es schwer zu sagen, ob der Klimawandel auch die Stärke des Sturms beeinflusst hat. In vielen Fällen trägt der Klimawandel aber dazu bei, die Regen-Intensität zu erhöhen - beim Hurricane Harvey in den USA war das zum Beispiel der Fall", erläuterte der Experte. "Die große Menge an Regen, die in Malawi, Mosambik und Zimbabwe niedergegangen ist, war jedenfalls für viele Todesopfer und weite Zerstörungen der Infrastruktur verantwortlich."

Mehr als 130 Opfer in Simbabwe

Die Zahl der Toten ist unterdessen in Mosambik auf 242 gestiegen. Zudem sitzen noch weitere 15.000 Menschen fest, die dringend gerettet werden müssen, wie Umweltminister Celso Correia am Donnerstag sagte. Die Behörden stehen demnach in Kontakt mit den Menschen in den unter Wasser stehenden Regionen und versorgen sie mit Lebensmitteln und Medizin.

Im benachbarten Simbabwe stieg die Zahl der Toten nach Angaben des staatlichen Senders ZBC auf 139. Insgesamt sind von den Überschwemmungen in Mosambik dem Welternährungsprogramm WFP zufolge 600.000 Menschen betroffen. Insgesamt brauchen demnach aber rund 1,7 Millionen Menschen in dem südostafrikanischen Staat Hilfe.

In Simbabwe sind nach WFP-Angaben 200.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Im Mosambiks Nachbarstaat sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 922.000 Menschen betroffen. Die WHO kündigte zudem einen Notfallplan zur Bekämpfung von Malaria, Cholera und Typhus an. Wegen der Flucht zahlreicher Menschen aus den Katastrophengebieten sei das Risiko für diese Krankheiten deutlich gestiegen.

Rotes Kreuz aus Österreich vor Ort

Unterdessen haben die Mitarbeiter der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) - die Dachorganisation aller nationalen Rotkreuzgesellschaften - mit dem Verteilen von Notfall-Sets, Zelten und Grundnahrungsmitteln in Beira für 1.500 Familien begonnen. Laut Rotkreuz-Sprecher Stefan Müller ist diese Hilfe schon angelaufen, bevor die Flut eintraf. Am Freitag sollen zusätzliche Notfall und Unterkunfts-Kits für 3.000 Familien im Hafen von Beira ankommen. Diese werden per Schiff von einem Depot auf der Insel Reunion angeliefert.

Rotkreuz-Freiwillige betreuen 18 Evakuierungs-Zentren in Beira und 19 solcher Zentren im Bezirk Dondo, rund 30 Kilometer nordwestlich von Beira. In den kommenden Tagen will das Rote Kreuz drei große Notfall-Rettungs-Einheiten nach Beira schicken. Eine soll Wasser- und Sanitäreinrichtungen für bis zu 20.000 Menschen herstellen. Eine zweite wird 225.000 Liter sauberes Trinkwasser pro Tag produzieren, das reicht für 15.000 Menschen. Dies liefert das Spanische Rote Kreuz mit Unterstützung der französischen Schwesterorganisation. Die dritte Rettungseinheit kommt vom Schweizer Roten Kreuz und kümmert sich um Logistik und Management. Das Personal - auch das Österreichische Rote Kreuz prüft Müller zufolge eine Entsendung von Delegierten - soll in den kommenden Tagen eintreffen, das Equipment dafür Anfang nächster Woche. (apa)