Singapur. Im südostasiatischen Stadtstaat Singapur muss ein Mann umgerechnet 195 Euro Geldstrafe zahlen, weil er zwei Gummibänder auf die Straße geschossen hatte. Der Mann war nach einem Bericht der Tageszeitung "Straits Times" (Dienstag) dabei beobachtet worden, wie er auf dem Weg zu seinem Auto die beiden Gummis abschoss.

Die Umweltbehörde NEA stellte daraufhin einen Strafzettel über 300 Singapur-Dollar (194,89 Euro) aus. Der autoritär regierte Stadtstaat ist dafür bekannt, auch geringe Gesetzesverstöße streng zu bestrafen.

Der Fall wurde bekannt, weil sich in sozialen Netzwerken Internet-Nutzer über die Geldstrafe empörten. Die Umweltbehörde National Environment Agency (NEA) rechtfertigte sich mit der Gesetzeslage: Jeder trage Verantwortung für eine saubere Umgebung. Die Soziologie-Professorin Paulin Tay Straughan sieht die Behörde im Recht. Sie sagte der "Straits Times": "Das war Absicht. Und er hatte keine Absicht, die Gummibänder wieder aufzuheben. Er hat sie ja liegen lassen. Also ist das Umweltverschmutzung."

Jegliche Art von Delikt

Die Behörde bestätigte bei der Gelegenheit auch, dass gegen zwei andere Männer je 300 Singapur-Dollar Geldstrafe verhängt wurde. Die beiden hatten Bierdosen an einer U-Bahn-Station stehen lassen. 300 Singapur-Dollar ist die Standard-Strafe für Leute, die zum ersten Mal bei solchen Delikten erwischt werden. Im Wiederholungsfall kann sich das auf bis zu 10.000 Singapur-Dollar summieren. (apa, dpa)